Schau zeigt, was Stiftungen leisten

Mäzene setzen sich für den Sport, für die Kultur und für die Bergbautradition ein - ohne sie wäre die Gesellschaft eine andere.

Freiberg.

Für den früheren Freiberger OB steht eine Sache fest. "Stiftungen sind eine einmalige Chance, bestimmte Anliegen über sehr lange Zeiträume zu fördern", so der 70-jährige Bernd-Erwin Schramm am Donnerstag am Rande einer Ausstellungseröffnung in der Sparkassenfiliale an der Poststraße. Als Beispiel verwies er auf die St. Johannis Stiftung, die erstmals 1224 urkundlich erwähnt wurde und in der Bergstadt über Jahrhunderte hinweg armen, alten und gebrechlichen Leuten Wohnung und Kost gewährte sowie einen geringen Geldbetrag zahlte.

Schramm begleitet das Thema seit langem. Von 1990 bis 1993 war er bei der damaligen Saxonia AG für Personal und Finanzen zuständig. In diese Zeit fällt die Geburtsstunde der Saxonia-Freiberg-Stiftung, deren Geschichte und Wirken in eben jener Schau mit dem Titel " Wir stiften an" dargestellt wird (siehe nebenstehende Artikel). Anfang der 1990er-Jahre war eine Zeit des Umbruchs. Das Unternehmen stand im Zuge der Privatisierung vor der Auslösung. Und so reifte der Wunsch, wenigstens das wertvolle Kulturgut berg- und hüttenmännischer Tradition zu erhalten - mit Erfolg.


"Stiftungen engagieren sich aktiv für das Gemeinwohl und leisten einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft. Sie geben Impulse, bewahren, verbinden und stoßen an", erklärte denn auch Banksprecherin Dr. Indra Frey im Vorfeld. Ohne das Engagement der gut 22.700 Stiftungen, darunter laut dem Bundesverband Deutscher Stiftungen rund 570 in Sachsen, wäre die Gesellschaft eine andere. "Die Vereins- und Jugendarbeit wäre ohne sie in dem Maße nicht denkbar", so Schramm.

Die Schau ist bis zum 5. Juni in der Hauptfiliale der Sparkasse Mittelsachsen an der Poststraße in Freiberg während der Öffnungszeiten zu sehen.


Für die Kultur

Die Stiftung Mittelsächsisches

Theater gibt es seit 2008. Das Ziel ist es, zum Erhalt von Theaterkunst und -kultur in der Region beizutragen. Mehrere Projekte wurden seitdem unterstützt, zum Beispiel 2017 das Projekt "Brundibar" - im Bild eine Probe mit Regisseur Sergio Raonic Lukovic . Die Kinderoper wurde 50Mal aufgeführt. Im Vorjahr konnte mit den Geldern der Stiftung umfangreiche Arbeiten am Notenarchiv in Döbeln fortgesetzt werden. Notenmaterial wird dort katalogisiert, sortiert und erhalten. (acr )Foto: E. S. Wolf/Archiv


Für die Wissenschaft

Die Günter-Heinisch-Stiftung wurde 2015 ins Leben gerufen, um die Geowissenschaftlichen Sammlungen der TU (siehe Foto) zu fördern. Die Stiftung, ausgestattet mit einem Kapitalstock von 1,5Millionen Euro, ermöglicht mit ihren Erträgen eine dauerhafte Finanzierung der Stiftungsziele, darunter die wissenschaftliche Betreuung und Erweiterung der Sammlungen. So konnten seither beispielsweise ein Gold-Nugget und eine Silberstufe angeschafft werden. Aber auch Bildungsangebote werden unterstützt. (acr)Foto: Eckardt Mildner/Archiv


Für den Bergbau

Die Saxonia-Freiberg-Stiftung (gegründet 1993) erforscht, pflegt und fördert das berg- und hüttenmännische Brauchtum und die berg- und hüttenmännische Frömmigkeitstradition. Gut 460.000 Euro wurden bisher für diesen Zweck ausgeschüttet - unter anderem erhielt die Berg- und Hüttenknappschaft rund 159.000 Euro. Zurzeit unterstützt die Stiftung das Projekt "Pochradanlage am Turmhofschacht". Das technische Denkmal - im Bild - ist Teil des Wasserwirtschaftssystems des früheren Bergbaus. (acrFoto: Sven Schreiter)


Für die Vielfalt

Die Stiftungen der Sparkasse Mittelsachsen sind vielfältig. Es gibt eine für die TU Bergakademie, für Kunst und Kultur, für Jugend und Sport, für Soziales und Umwelt und für den Mittelsächsischen Kultursommer. Die fünf Stiftungen verfügen über ein Stiftungskapital von fünf Millionen Euro. Unterstützt werden beispielsweise Ausflüge von Schulen. So können Kinder zum Beispiel im Silberbergwerk lernen, wie Rohstofflagerstätten entstehen und wie die Bergakademie zu den vorhandenen Ressourcen forscht. (acr)Foto: Frey/Sparkasse

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