Toilettenstreit: Angeklagter erhält Bewährungsstrafe

Ein handfester Streit zwischen Bewohnern des Freiberger Asylbewerberheimes endete mit einem Polizeieinsatz. Nun folgte das juristische Nachspiel.

Freiberg.

Das Amtsgericht Freiberg hat einen 28-jährigen Marokkaner wegen gefährlicher Körperverletzung in zwei Fällen zu einer Freiheitsstrafe von acht Monaten und zwei Wochen verurteilt. Die Strafe wurde für zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Der Verurteiltemuss zudem 100 Stunden gemeinnützig arbeiten, die Hälfte davon innerhalb eines Vierteljahres nach Inkrafttreten des noch nicht rechtskräftigen Urteils. Richter Sven Scheele und die Staatsanwaltschaft waren nach dem dreitägigen Prozess überzeugt, dass der Angeklagte die ihm vorgeworfenen gefährlichen Körperverletzungen begangen hat.

Laut polizeilichen Ermittlungen und Zeugenaussagen war es am 26. April 2016 im Asylbewerberheim an der Chemnitzer Straße in Freiberg zu einer Auseinandersetzung zwischen dem Marokkaner, einem ihm zur Seite stehenden weiteren Asylbewerber und drei indischen Heimbewohnern gekommen, in deren Verlauf zwei Inder vom Angeklagten mit einer Holzlatte geschlagen und verletzt wurden. Einer erlitt eine Platzwunde im Gesicht, der Andere eine Verletzung am Arm. Voraus gegangen war ein Streit um die Benutzung einer Toilette im Heim. Den Indern zufolge hatte der Angeklagte die Toilette sehr lange besetzt. Nach mehrmaligem Klopfen, auf das keine Reaktion erfolgte, hatten sie von außen die Tür geöffnet und den Marokkaner beschimpft und bedrängt. Der sei in sein Zimmer geeilt und mit der Holzlatte zurückgekehrt, mit der er auf seine Widersacher eingeschlagen habe. Das Geschehen sei dann in den Hof verlagert worden, wo sich schließlich mehrere Gruppen von Asylbewerbern kämpferisch gegenüber gestanden hätten. Durch den hauseigenen Sicherheitsdienst und die Polizei wurde eine Eskalation verhindert.

Der Angeklagte, der die Straftat kurz nach einer anderen Verurteilung begangen hatte, nutzte anfangs sein Schweigerecht, bestritt jedoch später seine Schuld. Sein Mittäter konnte nicht aufgefunden werden.

Im Fall eines angeklagten Diebstahls wurde der Marokkaner freigesprochen, weil dieser nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden konnte.

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