Trauerhalle in traurigem Zustand

Seit etwa zehn Jahren mahnen die Nassauer den Zustand des Denkmals an. Die Sanierung wurde mehrfach verschoben. 2019 soll es nun losgehen.

Nassau.

Sie ist alles andere als ansehnlich - die Trauerhalle auf dem Friedhof in Nassau. Seit Jahren fristet das ebenerdige Gebäude ein wahrhaft trauriges Dasein. Nicht nur das Äußerliche der kommunalen Halle benötigt dringend eine Sanierung, auch im Inneren sind Arbeiten längst überfällig. Die Halle wird auch heute noch sowohl für kirchliche, als auch für weltliche Beerdigungen genutzt. Der Friedhof wiederum ist Kircheneigentum.

So ist es kein Wunder, dass die Nassauer immer wieder auf den Zustand der Trauerhalle aufmerksam machen und mahnen, sie wieder herzurichten. Vor allem Nassauer Stadträte sowie Ortsvorsteher Dietmar Blichmann sorgen dafür, dass das Gebäude nicht in Vergessenheit gerät. "Seit etwa zehn Jahren gehört die Halle zu unseren Zuarbeiten, die wir als Ortschaftsrat jährlich an die Stadtverwaltung für den neuen Jahreshaushalt richten", erklärt Dietmar Blichmann. In der Zeit davor noch hatte man gedacht, einige Renovierungsarbeiten würden ausreichen. Doch davon könne inzwischen keine Rede mehr sein. "Die Trauerhalle braucht eine umfassende Sanierung", fasst es Dietmar Blichmann zusammen.

"Die Diskussionen darüber laufen schon eine ganze Zeit", räumt auch Frauensteins Bürgermeister Reiner Hentschel (parteilos) ein. Mehrfach hatte die Stadtverwaltung das Sanierungsprojekt bereits angeschoben, meist aus Kostengründen bislang jedoch immer wieder verschoben. In diesem Jahr nun sollte die Instandsetzung folgen. Geplant sind unter anderem Dachdeckerarbeiten und der Austausch der Fenster. Auch eine Heizung sowie eine behindertengerechte Toilette sollen eingebaut werden. Zudem werde die Halle einen Überstand erhalten, um bei Beerdigungen auf schlechtes Wetter zu reagieren. Die Zufahrt zum Gebäude soll befestigt werden.

Die Stadt hatte laut Bürgermeister dieses Jahr für die Sanierung schon einmal acht Baulose ausgeschrieben. "Auf drei der Lose haben wir keine Angebote erhalten, die anderen bedeuteten eine wesentliche Kostensteigerung", sagte er. Die Gesamtkosten für die Sanierung sind nach seinen Worten bei 240.000Euro angesetzt. Neben Eigenmitteln sollte ein Großteil Fördergeld in das Vorhaben fließen.

Wegen der aktuellen Situation zog die Stadt jedoch ihre Ausschreibung zurück und verschiebt das Projekt laut Bürgermeister auf 2019. "Unser Ziel ist ein neuer Förderantrag über das Leader-Programm", fügt er an. Sobald Leader zu Bewerbungen aufrufe, werde die Stadt ihren Antrag einreichen", erkärt Andrea Göhler vom Frauensteiner Bauamt.

Noch im August rechnet die Stadt damit. "Das gesamte Ensemble - Trauerhalle und Friedhof - gilt als Denkmal. Deshalb liegt der Fördersatz um fünf Prozent höher", sagt Andrea Göhler.

Die Stadt rechnet nun mit einer 80-prozentigen Förderung, das wären rund 192.000 Euro. Den Rest muss die Kommune drauflegen. Im November, so die Hoffnungen, könnte ein Entscheid über Fördermittel vorliegen. "Dann könnten wir im Winter erneut ausschreiben und hoffen dabei auch auf bessere Preise", blickt Hentschel voraus.

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