Von Heimatnachmittag bis Mettenschicht

Brauchtum im Erzgebirge: Wandern, Heimatabende organisieren, Feste feiern, das machen die Mitglieder von Erzgebirgszweigvereinen. Heute der aus Freiberg.

Freiberg.

"Auch wenn es Diskussionen gibt, ob wir noch im Erzgebirge liegen, so fühlen wir uns doch zum Erzgebirge zugehörig. Und wir sind darauf stolz, weil wir auch die Sitten und das Brauchtum der Erzgebirger pflegen und bewahren", sagt Steffen Wagner, der seit Anfang Februar den Freiberger Erzgebirgszweigverein (EZV) amtierend leitet. Die Mitglieder unternehmen nach seinen Worten vor allem Wanderungen und Ausflüge. Aber auch der Traditionspflege des Bergbaus, der Mundart und des Liedgutes haben sich die Bergstädter verschrieben. Monatlich stehe mindestens ein Vorhaben auf dem Programm.

"Die Wanderungen führen rund um Freiberg oder weiter in die Region. Wir wollen Sehenswürdigkeiten erkunden und Natur erleben", so der Vereinschef. Die etwa 15 Kilometer lange Herbstwanderung sei genauso beliebt wie das Sternentreffen, eine Wanderung nach Sayda. Immer auf dem Programm stehen Fahrten zum Beispiel nach Colmnitz, Olbernhau, Dippoldiswalde oder Pockau. "Auf eine gemütliche Kaffeerunde legen unsere Mitglieder dabei sehr viel wert", sagt 61-jährige amtierende Vorsitzende. Aber auch Mehrtagesfahrten in den Spreewald, das Leipziger Seenland oder in die Lausitz seien sehr beliebt.


"Da aber die Beteiligung unserer älteren Mitglieder zurückgeht und die Nachfrage nicht mehr so groß ist, fahren oftmals Mitglieder anderer befreundeter EZV wie Mulda oder Seiffen mit. Da entstehen im hohen Alter sogar Freundschaften", erzählt Dietmar Müller, der die Geschäfte des Vorstandes zehn Jahre leitete und nun krankheitsbedingt kürzer tritt.

In den vergangenen Jahren besaß der EZV sogar eine Kindergruppe. Die Kleinen, meist Enkel von Mitgliedern, beschäftigten sich vor allem mit Fotografie. Doch die Gruppe löste sich vor einigen Jahren auf. Es existiert aber noch eine Singe-und Instrumentalgruppe, die sich einmal in der Woche trifft und zu den Veranstaltungen auftritt. Auf die rund 100 Seiten umfassende Chronik des EZV, die zum 100-jährigen Bestehen 1999 entstand, sind die Freiberger stolz. Mit großem Engagement erstellte eine Autorengruppe unter der Leitung von Dieter Schräbe das Heft.

Beliebt ist zudem die alljährliche Mettenschicht in der Knappenstube. Stets sind rund 70 Gäste dabei. "Für unsere Mitglieder ist das gemütliche Beisammensein ganz wichtig. Vor allem die älteren Mitglieder tauschen ihre Erinnerungen aus", berichtet Siggi Knopfe, die für diese Mettenschicht den Hut aufhat.

Chronologie des EZV Freiberg: 1899 wurde der Verein gegründet, zum ersten Jahrestag waren es 195 Mitglieder, 1928 knapp 800 Mitglieder. 1989 rief eine Initiativgruppe zur Neugründung auf, sie erfolgte am 10. Oktober 1990.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...