Weltkriege fordern Tribut

Die Geschichte der Frauensteiner Kirchenglocken reicht weit zurück

Frauenstein.

Die berühmte Freiberger Glockengießerwerkstatt Hilliger hat schon 1559 zwei Glocken für Frauenstein gegossen. Frauensteins Chronist Friedmar Altwein recherchierte dies für die Festschrift der Kirche zum 800. Stadtjubiläum im Juni 2018. Eine Gussrechnung für Frauenstein sei dafür der Beweis.

Doch auch die 1384 gestiftete Frauensteiner Kapelle zum Heiligen Kreuz auf den heutigen Friedhof könnte bereits eine Glocke besessen haben, schreibt Altwein. Ein Nachweis finde sich aber nicht.

Im Jahr 1491 wurde die Kirche auf dem Markt geweiht, 1534 brannte sie ab, wurde danach mit Turm bis 1608 wieder erbaut. 1613 erhielt dieser eine Glocke. Im März 1728 brannte die Kirche erneut ab. Schon im November 1729 wurde das wieder erbaute Gotteshaus geweiht. Zwei Glocken dafür waren 1728 und 1732 in Dresden gegossen worden.

Bereits 1857 aber wurden beide vom Turm geholt, denn es sollten in Kleinwelka zwei neue Glocken gegossen werden. "Sie erhielten die Namen Irene und Eusebia, fielen aber nach zwölf Jahren dem dritten Stadtbrand zum Opfer", berichtet Altwein. Die vier Glocken für die erneut aufgebaute Kirche wurden in Dresden gegossen, drei davon musste die Stadt im Ersten Weltkrieg abliefern. Sie erhielt sie zwar nach Kriegsende zurück, doch im Zweiten Weltkrieg wurden sie tatsächlich eingeschmolzen. Eine Bestellung für ein neues Geläut ging 1949 an die Glockenfirma Schilling & Lattermann in Apolda. Am 13. Januar 1952 wurden diese in Frauenstein geweiht. Nun schweigen sie. (ar)

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