Wie wird das "Bunte Haus" wieder bunter?

Der Kindertreff im Freiberger Mehrgenerationenhaus hat seit Montag wieder geöffnet. Doch vom einstigen Trubel ist derzeit wenig spürbar.

Freiberg.

Das "Bunte Haus" in Freiberg hat sich verändert. Herrschte in dem Mehrgenerationen auf dem Wasserberg früher oft richtiger Trubel, sieht es derzeit anders aus. Selbst im Kindertreff, der seit Montag, 12Uhr, wieder geöffnet hat, geht es eher ruhig zu. Am ersten Tag wartete die neue Leiterin des Kindertreffs, Katrin Schlude, am frühen Nachmittag vergeblich auf Kinder. "Es muss sich wohl erst wieder einlaufen", sagte die 40-jährige Sozialpädagogin, die in Brand-Erbisdorf wohnt.

Sie freue sich auf die neue Arbeit. "Und ich bin neugierig auf die Kinder", ergänzte die gebürtige Freibergerin, die zuvor im Kinder- und Jugendhilfeverbund Freital in der offenen Kinder- und Jugendarbeit tätig war. Dort leitete sie beispielsweise eine Tanzgruppe für Modern Dance. "Und ich könnte mir auch so eine Gruppe im ,Bunten Haus' vorstellen", sagt sie.


Der Kindertreff war am 1. April geschlossen worden. Sein langjähriger Leiter Thomas Starke wurde in den Hort der Winklerschule versetzt. Die bisherige Chefin des Hauses, Sylvia Richter, sollte den Kindertreff übernehmen. Ihre Position hat jetzt Yvonne Mitterer inne. Grund für die Personalveränderungen sind Unstimmigkeiten zwischen dem Christlichen Jugenddorfwerk Deutschland (CJD) Sachsen als Träger des Hauses und den Mitarbeitern vor Ort.

Freibergs Oberbürgermeister Sven Krüger (parteilos) hat das "Bunte Haus" inzwischen zur Chefsache erklärt. Nach Telefonaten mit Stojan Dimitrov, dem Chef des CJD Sachsen, sagte Krüger, dass die Angebote bestehen bleiben. Das "Bunte Haus" mit seiner Ausrichtung als Mehrgenerationenhaus stehe nicht zur Debatte. Zudem hätten sich Dimitrov und er darauf verständigt, weitere Optionen für das Haus zu prüfen. Dazu werde es vertiefende Gespräche mit allen Beteiligten geben.

Besucher und Ehrenamtler fordern unterdessen die Rückkehr von Sylvia Richter und Thomas Starke. Auf die Frage, ob das CJD eine Rückversetzung der beiden Mitarbeiter prüft, antwortete CJD-Referentin Corinna Thamm: "Wir bitten Sie um Ihr Verständnis, dass wir uns auf unseren Arbeitsauftrag konzentrieren wollen, um unser Angebotsportfolio abzusichern sowie eine qualitative und quantitative Weiterentwicklung zu gewährleisten." Dies war zugleich die Antwort auf weitere Fragen von "Freie Presse". Beispielsweise danach, wie das "Bunte Haus", das in Spitzenzeiten wöchentlich bis zu 650 Besucher zählte, wieder mehr Leute anlocken will. Oder nach dem Schaukasten vor dem "Bunten Haus" (neben der Apotheke), der noch Stand März ist und auf den Kuchenbasar am 1.April hinweist. Oder zur Suche nach einer neuen Kursleiterin für zwei Seniorensportgruppen. Denn die ehemalige Kursleiterin Karin Kurucz durfte ihren Angaben zufolge auf Anweisung des CJD keine Nachfolgerin organisieren.

Für die neue Kindertreffleiterin Katrin Schlude ist es keine einfache Situation, denn ihr Vorgänger Thomas Starke hat große Fußstapfen hinterlassen. Er war bei den jungen Besuchern sehr beliebt, für einige nahm er fast die Vaterrolle ein. "Ich kann natürlich verstehen, wenn jemand traurig ist, dass es einen Wechsel gab. Und ich werde sensibel damit umgehen", sagt Katrin Schlude. Sie wolle das Beste aus der Situation machen.

Die Stadtverwaltung Freiberg will sich indes in dieser Woche ein Bild von der Lage im Kindertreff machen. Das kündigte OB Krüger an.

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2Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 1
    0
    SpredFitz
    18.04.2019

    Schöne Worte von Herrn Krüge und vor allem von Frau Thamm... Der Neuen Leiterin des Jugendtreffs bleibt zu wünschen, dass sie die volle Unterstützung Ihres Arbeitgebers und der Stadt erhält und nicht allein im Regen stehengelassen wird. Die beste Option ist immer noch die Übernahme in kommunale Trägerschaft. Mit Frau Schlude, der neuen ausgebildeten Fachkraft hätte die Stadt noch eine qualifizierte Sozialpädagogin, die in Freiberg Ihr Abitur machte, dazu. Herr Krüger- wir nehmen Sie beim Wort und hoffen, dass nicht auch noch die Sozial - und Bürgerberatung von Frau Krinke geopfert wird. Vom CJD erwarte ich persönlich - nach all den Jahren seines Treibens in Freiberg- nichts Wirkliches.

  • 1
    0
    Diablo
    17.04.2019

    Was ist das für ein Jugend- und Kindertreff, in dem eine Betreuerin die gesamte Verantwortung übernehmen muss? Alle Kinder erreichen möchte, in dem sie ein Angebot bietet? Der Träger macht es sich sehr leicht: einfach binnen Stunden Personal austauschen, die Kinder und Jugendlichen nicht auf diesen Wechsel sensibel darauf vorbereiten. Man kann nur hoffen, das die Stadt Freiberg weiss, wie wichtig dieses Haus für alle Bürger im Gebiet Wasserberg ist und lässt es nicht kaputtgehen. Schade für Kinder und Senioren!



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