Ruinenfest bietet Reise in Vergangenheit

Hunderte Besucher aus der ganzen Region hatten sich am Wochenende nach Liebau aufgemacht, um mit den Gockeschen und ihren Gästen am Fuße der Burgruine zu feiern. Es gab auch Neues im Programm zu entdecken.

Liebau.

Für den Volksmusikverein "De Gockeschen" ist es seit Jahrzehnten Ehrensache, nicht nur das Gelände nahe der Burgruine Liebau in Ordnung zu halten, sondern auch die Bedeutung des besonderen Ortes jährlich immer wieder mit dem Fest am Fuße der Ruine zu untermauern. Das 26. Liebauer Ruinenfest war am vergangenen Wochenende wieder gut besucht. Rund 700 Gäste wurden gezählt. Der im Bau befindliche Parkplatz an der Burgruine Liebau platzte aus allen Nähten. "Daran wird sich wohl auch nach Fertigstellung der Baumaßnahme nichts ändern. Der Parkplatz wird ja durch den Ausbau nicht größer, sondern nur schöner und befestigt", sagt Jörg Gemeinhardt vom Verein. Bis kurz vor Festbeginn hat der passionierte Handwerker, der auch schon die "Historische Hausbäckerei" auf dem Festgelände baute, eine Flügelmaschine aus den 1930er Jahren restauriert. Diese wurde nun neben vielen weiteren landwirtschaftlichen Geräten präsentiert.

Neu im Programm war ein Musikantenstammtisch. "Das war ein richtig schönes Musikantentreffen", schwärmt Vereinsvorsitzende Anne Schwegler und freut sich schon auf eine Fortführung im kommenden Jahr. Sonst aber greifen die Organisatoren gerne auf Bewährtes wie etwa den Musikantennachmittag am Samstag, den Waldgottesdienst am Sonntagmorgen oder den Frühschoppen mit traditionellem Saubratenessen am Sonntag zurück. "Unser Frühschoppen geht eben bis 16 Uhr. Deshalb ist er auch etwas Besonderes", meint Schwegler. Gestern sorgten dabei die Original Hirschsteiner Musikanten aus Reichenbach für die richtige Stimmung. Handgemachte Musik gab es am Samstag auch von den Gockeschen selbst, von "Klangschnitz" aus Hof und "Gassenhauer" aus Auerbach.

Nebenher gab es für die jüngsten Festbesucher die Gelegenheit zum Basteln. "Das ist so schön, dass uns die Anwohner hierbei mithelfen", freut sich Schwegler. Wer wollte, konnte auch die 80 Stufen des Turmes der Burgruine Liebau erklimmen. Von dort oben sieht man den Ort Trieb, hört das Rauschen der Bäume und kann den Klängen der Musikanten auf dem Festplatz von Ferne lauschen.


"Es wurde ein wunderbarer Abend mit vielen schönen musikalischen Überraschungen"

De Gockeschen hatten erstmals zu einen Musikantenstammtisch eingeladen. Darüber sprach Kathrin Beier mit Vereinschefin Anne Schwegler.

Freie Presse: Wie kam es zum 1. Musikantenstammtisch beim Ruinenfest Liebau?

Anne Schwegler: Der Freitagabend hatte noch kein Thema. Vor zwei Jahren feierten wir zum Auftakt des Ruinenfestes "50 Jahre De Gockeschen" und 2016 das 25. Ruinenfest. So kamen wir auf die Idee, am Freitagabend ab nun einen Musikantenstammtisch zu etablieren.

Wer wurde dazu eingeladen?

Jeder, der uns auf die Schnelle eingefallen ist, Gruppen aus der näheren und weiteren Umgebung, aus Franken, Thüringen und Sachsen. Allerdings waren wir mit der Einladung im Frühjahr dieses Jahres wohl für viele schon etwas spät. Zudem war am selben Abend die Plauener Museumsnacht. Am Ende wurde es jedoch ein wunderbarer Abend mit vielen schönen musikalischen Überraschungen.

Wer war 2017 dabei?

Natürlich De Gockeschen als Gastgeber. Sehr gefreut haben wir uns über die Zusage von Zamkehrich. In der Formation spielen unter anderem unsere ehemaligen Gruppenleiter Ursula und Ulrich Albert. Das war ein wunderbares Zusammenspiel. Mit dabei war auch eine Abordnung der Folkloregruppe Plauen unter Leitung von Jutta Hoffmann und das Freie Fränkische Bierorchester aus Regnitzlosau.

Wie muss man sich so einen Musikantenstammtisch-Abend vorstellen?

Alle spielten erst ein wenig nacheinander, dann miteinander, ergänzten und inspirierten sich. Ich hatte Liederbücher gemacht, sodass Textunsicherheiten erst gar nicht aufkamen. Die Musiker spielten vom Tisch aus und waren oft auch sehr spontan. Thomas und Lars Kuczora von De Gockeschen brauchten manchmal nur Töne zu hören, um mit einstimmen zu können. Umgekehrt machten dies auch die Musiker des Bierorchesters so. Das hat einfach Spaß gemacht.

War auch Publikum da?

Ja, vor allem musikinteressiertes Publikum und Hobbymusiker. So besuchte uns ein Panflötenspieler. Marco aus Reichenbach hatte sein Akkordeon mitgebracht und eine Vogtländerin, die jetzt lange Jahre in Berlin gelebt hat und wieder zurückkam, hat ebenfalls mit uns musiziert.

Wird es im kommenden Jahr auch wieder einen Musikantenstammtisch zum Liebauer Ruinenfest geben?

Davon gehe ich aus. Wir würden das Projekt im kommenden Jahr sehr gerne fortführen, da auch viele, die dieses Jahr nicht daran teilnehmen konnten, schon Interesse signalisiert haben.

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