65 Ehejahre: Wichtig ist, sich viel Zeit füreinander zu nehmen

Magdalena und Dieter Sehling haben am Mittwoch das Jubiläum der eisernen Hochzeit begangen. Das Ehepaar verbringt seinen Lebensabend im Seniorenpflegeheim am Schlobigpark.

Zwickau.

Seit 65 Jahren gehen die heute 87-jährige Magdalena und der 88-jährige Dieter Sehling gemeinsam durchs Leben. Für das betagte Ehepaar stellt die Tatsache, dass es am Mittwoch eiserne Hochzeit feiern durfte, einen Glücksfall dar. Denn beinahe wäre es nicht so weit gekommen.

"Meine Frau war vor zwei Jahre so schwer krank, dass wir schon das Schlimmste befürchten mussten. Vom Krankenhaus aus ist sie dann direkt ins Seniorenpflegeheim gekommen. Ich selbst bin erst im August 2018 hier eingezogen", sagte Dieter Sehling. Allerdings leben beide in getrennten Zimmern. Dazu Magdalena Sehling: "Ach, das ist überhaupt nicht schlimm, denn wir haben uns ja trotzdem. Wir verbringen doch den ganzen Tag zusammen. Wenn wir mittags oder nachts in unseren eigenen Zimmern schlafen, geht das schon in Ordnung."

Kennengelernt haben sich die beiden Zwickauer 1953 durch ihre Zugehörigkeit zur neuapostolischen Kirche. Bereits ein Jahr später läuteten bei ihnen die Hochzeits-glocken. "Bei uns hat die Chemie von Anfang an gestimmt. Wäre es anders gewesen, hätten wir sicherlich nicht so schnell geheiratet", sagte die Jubilarin. Trotz großer Liebe musste das Paar aber auch schwere Schicksalsschläge hinnehmen. So endete die erste Schwangerschaft von Magdalena Sehling mit einer Totgeburt. "Das war furchtbar. Wir haben aber auch das überstanden, weil wir immer füreinander da waren, uns gegenseitig geachtet und gestützt haben", sagte die 87-Jährige. Jahre später ging dann auch ihr Kinderwunsch der beiden in Erfüllung. Aus der Ehe gingen zwei Töchter hervor. Zwei Enkelsöhne folgten. "Urenkel haben wir noch nicht. Aber wer weiß, vielleicht erleben wir ja auch das noch", sagte Dieter Sehling.

Ihre Zeit verbringen die beiden nicht nur beim gemeinsamen Lösen von Kreuzworträtseln. Auch für eine gelegentliche Partie Schach sind sie zu haben. "Mein Mann spielt wesentlich besser als ich. Hin und wieder konnte ich ihn am Brett sogar schon schlagen. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass er mich gewinnen lassen wollte. Ich betrachte das als Ausdruck seiner Zuneigung."

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