Auschwitz-Komitee übergibt Ehrung an Pia Findeiß

Zwickaus Oberbürgermeisterin nimmt Auszeichnung entgegen. Sie gibt den Dank an Einwohner und Initiativen in der Kommune weiter.

Zwickau.

Die Zwickauer Oberbürgermeisterin Pia Findeiß (SPD) ist am Dienstag im Robert-Schumann-Haus vor 80 Gästen aus Politik, Gesellschaft und Wirtschaft mit Statue "B" des Internationalen Auschwitz-Komitees ausgezeichnet worden. Damit werden Persönlichkeiten geehrt, die sich in besonderem Maße gegen Hass und Rechtsextremismus sowie für ein friedliches Miteinander einsetzen.

"Die Auszeichnung kam für mich völlig unerwartet", erklärte die Rathauschefin mit einer Träne im Augenwinkel. Sie wolle die Statue stellvertretend für die unzähligen Kommunalpolitiker entgegennehmen, die sich gegen Rechtsextremismus zur Wehr setzen und sich für die Erinnerung an die Schrecken des Holocaust stark machen. Denn: "Nazis sind wieder oder noch unter uns", betonte Findeiß, die zudem die vielen Einwohner und Initiativen der Stadt hervorhob, die sich für die Stärkung der Demokratie einsetzten. Christoph Heubner, Exekutiv-Vizepräsident des Komitees, bezeichnete Findeiß indes als "eine Frau, die sich in ihrem Job immer für das Gemeinwohl aller einsetzt". Findeiß sei zum Gesicht aller toleranten und weltoffenen Bürger geworden. Der 70-Jährige ließ während der Laudation einen Namen nicht unerwähnt: Raphael Esrail. Der Auschwitz-Überlebende war 2006 zum Ort seiner missglückten Flucht am Zwickauer Bahnhof zurückgekehrt. OB Findeiß habe damals den Holocaust-Überlebenden persönlich empfangen. Heubner ist daher davon überzeugt, dass Esrail in diesen Tagen besonders auf die Stadt Zwickau blickt. Ebenso hatten Sarah Luise Dittrich, die eine Ausbildung bei VW in Zwickau absolviert, und Pauline Kurasiak, die bei VW im polnischen Polkowice tätigt ist, dankende Worte an Findeiß gerichtet. Beide hatten innerhalb eines Projektes bei der Erneuerung der Gedenkstätte in Birkenau geholfen.

Seit 2010 vergeben KZ-Überlebende die Statue "B". Sie ist dem Buchstaben "B" in der Aufschrift "Arbeit macht frei" nachempfunden, den die Häftlinge in Auschwitz bei der Herstellung heimlich auf den Kopf stellten.

0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...