Bei den Meerkatzen haben die Frauen das Sagen

Zwischen Affenhaus und Ziegenstall gibt es viel zu entdecken. Wir schauen hinter die Zäune.

Hirschfeld.

Kurz vor dem Jahresende hat sich im Hirschfelder Tierpark noch einmal Nachwuchs eingestellt. Am 27. Oktober brachte Meerkatzenweibchen Coco ein Junges zur Welt. "Wir wissen allerdings bislang noch nicht, welches Geschlecht es hat. Schön wäre, würde es sich um ein weibliches Tier handeln, dann könnte es nämlich hier bei uns bleiben. Männchen geben wir im Interesse von Ruhe und Frieden in der Gruppe - insbesondere nach Eintritt der Geschlechtsreife - über kurz oder lang an andere Einrichtungen ab", sagt Tierpflegerin Kathrin Gruner.

Wie auch immer, die vor wenigen Wochen geborene Meerkatze bleibt auf alle Fälle noch eine ganze Weile bei der Mutter. Bis zu einem halben Jahr trägt sie ihren Nachwuchs mit sich herum, säugt und umsorgt ihn. "Bei einer anderen unserer Meerkatzen haben wir auch schon erlebt, dass das Kleine fast ein Jahr lang geklammert hat. Das ist jedoch eher die Ausnahme." Während sich neben der Mutter gelegentlich auch die weiblichen Geschwister um den Neuankömmling kümmern, ist dem Vater das Ganze ziemlich schnuppe. Und obwohl er sich im Käfig manchmal in den Vordergrund drängt und einen auf dicken Max macht, haben bei den Meerkatzen die Weibchen die Hosen an. Davon können sich Tierparkbesucher auch in der kalten Jahreszeit ein Bild machen. "Sofern die Temperaturen über dem Gefrierpunkt liegen und vielleicht sogar die Sonne scheint, geben wir den Tieren die Möglichkeit, für einige Zeit ins Freigehege zu wechseln. Wer unsere Baby-Meerkatze zu Gesicht bekommen will, wird sich aber wohl bis zum Frühjahr gedulden müssen", sagt Kathrin Gruner.

Anders als oftmals vermutet kommen die im Hirschfelder Tierpark beheimateten Affen mit niedrigeren Temperaturen recht gut klar. So lassen sich Rhesusaffen selbst von Minusgraden nur wenig beeindrucken. Ungeachtet dessen wird das Affenhaus beheizt. "Wir nutzen dazu verschiedene Heizgeräte. Unsere Affen sind clever. Da Wärme bekanntlich nach oben steigt, ziehen sie sich, wenn es ihnen zu kalt wird, meist auf höher gelegene Plätze zurück." Gruner nutzt die Gunst der Stunde und räumt gleich noch mit einem weit verbreiteten Vorurteil auf. Von wegen Affen verputzen in Größenordnungen Bananen. "Die gibt es nur, um die Tiere anzulocken, bei Durchfall oder wenn Medizin verabreicht werden muss. Bananen enthalten einfach zu viel Zucker", betont die Tierpflegerin. Was übrigens auch auf viele andere künstlich hochgezüchtete Obstsorten zutreffe. Im natürlichen Lebensraum der Tiere sehe das anders aus. Daher stehe auf dem Speiseplan der Affen zu 80 bis 90 Prozent Gemüse. Der Rest ist dann Obst.

Wobei die Affen durchaus wählerisch sind. Probieren und dann wegwerfen, das ist bei ihnen eine gängige Praxis.

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