Bluesrock, der treue Fanscharen lockt

Engerling im Gasthof "Zum Löwen" - eine Kombination, die seit drei Jahrzehnten immer zu Jahresbeginn aufgeht.

Ebersbrunn.

Seit drei Jahrzehnten eröffnet die "Engerling Blues Band" alljährlich die Konzertsaison im Ebersbrunner Gasthof "Zum Löwen". Mit wenigen Ausnahmen fand dieses Konzert in der Vergangenheit immer am ersten Sonnabend des neuen Jahres statt. "Engerling stand selbstverständlich schon zu DDR-Zeiten regelmäßig bei uns auf der Bühne. Nach der Wende hat sich dieser Termin dann angeboten, weil die Gruppe stets am Abend zuvor im Malzhaus Plauen aufgetreten ist und damit ohnehin in der Region war", sagte Löwen-Inhaber Lothar Schmutzler.

Wie groß die Fangemeinde der Berliner Alt-Bluesrocker nach wie vor ist, zeigte sich am Samstagabend unter anderem an den Kennzeichen der Autos, die rund um den Gasthof parkten. Dabei hatten sich nicht nur Blues-Liebhaber aus allen Ecke Sachsens und etliche Thüringer auf den Weg gemacht, um Engerling live zu erleben. Auch einige Gäste aus dem benachbarten Franken befanden sich im Publikum. Darunter der 61-jährigen Falk Huber aus der Nähe von Bayreuth. "Wir sind eine Truppe von vier Leuten und bestimmt schon das dritte oder vierte Mal hier. Der Ostrock hat mich persönlich bereits vor dem Fall des Eisernen Vorhangs fasziniert, weil die Musik etwas Eigenständiges an sich hatte und die Musiker oftmals auch über eine entsprechende künstlerische Ausbildung verfügten. Das ist Qualität, die man auch heute Abend wieder raushört", schätzte er ein. Was er damit meinte, war handgemachte Musik vom Feinsten. Jeder Griff in die Saiten, Wolfram "Boddi" Bodags markante Stimme und sein unverwechselbares Spiel auf der Mundharmonika zeugten von der Professionalität der vier Musiker. Und das nicht nur beim legendären Titel "Mama Wilson", der seit seiner Veröffentlichung in den 1970er-Jahren in keinem Konzert der Band fehlen durfte.

Im Januar 1975 standen die Mannen um "Boddi" zu ihrem ersten offiziellen Konzert auf der Bühne. Vom Ursprungsteam hält neben Engerling-Chef Bodag auch Gitarrist Heiner Witte treu zur Stange. "Kurioserweise verdankt Engerling seinen Erfolg unter anderem den sturen DDR-Kulturbossen. Die forderten seinerzeit deutschsprachige Texte und Engerling lieferte nicht nur die, sondern auch einen brillanten Blues", erklärte Gert Leiser, der die Gruppe seit 1978 managt. Von diesem musikalischen Handwerkszeug konnte die Band auch nach der Wende profitieren. Unter anderem tourten Boddi und Co. schon 1994 als Begleitband von Mitch Ryder durch Europa. Diese Zusammenarbeit mit dem Rock-Urgestein aus Detroit ist über die Jahrzehnte erhalten geblieben. In der hiesigen Region sind Ryder und Engerling Mitte März wieder zu hören. Bei einer Deutschlandtournee treten sie gemeinsam im Plauener Malzhaus auf.

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