Brand: Mieter kehren zurück

Für Wochen mussten sich die Bewohner eines Blocks an der Katharinenstraße eine andere Bleibe suchen. Der Vorfall hat die Leute zusammengeschweißt.

Zwickau.

Rund 300.000 Euro Sachschaden ist die aktuelle Bilanz des Kellerbrands im Wohnblock Katharinenstraße 12 in Zwickau. Das sagt Annett Süß, Chefin der gleichnamigen Hausverwaltung, die in dem Elfgeschosser die Eigentümergemeinschaft mit 43 Wohnungen betreut, 28 Wohnungen davon gehören der Zwickauer Wohnungsbaugenossenschaft.

Bei dem Kellerbrand am 25. Juni wurden die komplette Elektrik, alle Wasser- und Abwasserleitungen beschädigt. Der Block musste eva- kuiert werden. "Inzwischen sind alle Bewohner in ihre Wohnungen zurückgekehrt", so Süß, die bis heute die Ursache nicht kennt. Laut Polizei laufen die Ermittlungen noch. "Die Bewohner sind hellhöriger geworden. Immerhin ging wenige Tage vor dem Feuer im Müllraum eine Mülltonne in Flammen auf", fügt Süß an. So seien die Bewohner darauf hingewiesen worden, die Haustür immer geschlossen zu halten.

Inzwischen sei der Keller, der vor dem Brand mit Holzlattenverschlägen aufgeteilt war, entkernt worden. "Die Handwerker haben uns empfohlen, künftig für das Trennen der Kellerabteile Metall zu verwenden", ergänzt die Verwalterin. Bis es allerdings so weit ist, müsse seitens der Wohngebäudeversicherung der Keller freigegeben werden. "Noch laufen Abstimmungen zwischen dieser Versicherung und den einzelnen Hausratversicherungen, wer welche Kosten, auch die für die Hotelübernachtungen, übernimmt", so die Immobilienfachfrau, die rückblickend das Ereignis nicht nur als organisatorische, sondern auch als psycho- logische Herausforderung für die Mitarbeiter der Hausverwalter und der Wohnungsgenossenschaft bezeichnet. "Manche Nächte konnte ich kein Auge zumachen."

Das kann sich Ingrid Lachmann, die in der zweiten Etage wohnt und dem Beirat der Eigentümergemeinschaft angehört, gut vorstellen. "Hut ab vor dem persönlichen Einsatz der Hausverwaltung. Der Informationsfluss hat super funktioniert", betont die 66-Jährige, die nach der Evakuierung zunächst zu einer guten Freundin in den Nachbarblock zog. Danach sei die Seniorin vorübergehend in den eigenen Bungalow an der Talsperre Pöhl umgezogen. "Der Vorfall hat uns alle im Haus zusammengeschweißt, Mieter und Eigentümer", sagt Lachmann und fügt eines an: "Das war für jeden einzelnen im Block eine echte Stresssituation."

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