Burg beherbergt ältesten Hartensteiner

Für abertausende Besucher aus dem In- und Ausland ist bei Führungen durchs Museum der Burg Stein die Geschichte der Region lebendig geworden. Dass die Ausstellung vor 65 Jahren entstand, ist vor allem Heinz Thuß zu verdanken, einem heimatverbundenen Hartensteiner Urgestein.

Hartenstein.

Ohne das unermüdliche Engagement von Heinz Thuß vor nunmehr 65 Jahren würde es das Museum in der Burg Stein in Hartenstein wahrscheinlich gar nicht geben. Der im Hartensteiner Ortsteil Thierfeld geborene Künstler, Heimatforscher und Naturschützer, der 2006 im Alter von 92 Jahren verstorben ist, hatte 1954 gemeinsam mit seiner Frau und weiteren geschichts- und kulturbegeisterten Menschen über den Kulturbund der DDR in ungezählten Stunden freiwilliger Aufbauarbeit die Einrichtung im ältesten Teil der Burg Stein geschaffen und anschließend 24 Jahre lang geleitet.

"Beim Stöbern im Museums- depot habe ich noch das alte, hölzerne Schild gefunden, das Heinz Thuß damals selbst angefertigt hat", erzählt der heutige Museums-Chef Markus Döscher. Er berichtet, dass Heinz Thuß gemeinsam mit dem damaligen Hartensteiner Bürgermeister Karl Butter dafür gesorgt hat, dass viele historische Gegenstände erhalten wurden und so bis heute im Museum gezeigt werden können. So hat man dafür gesorgt, dass Objekte der orientalischen Waffensammlung des Fürsten Günther von Schönburg-Waldenburg aus dem Dresdner Völkerkundemuseum zurück nach Hartenstein gekommen sind. Sie waren dorthin "ausgelagert" worden, als 1948 das seit 1931 bestehende Museum des Fürsten im heutigen Trausaal der Burg Stein geschlossen wurde.


"Der Museumsgründer Heinz Thuß hat viele Waffen selbst restauriert. Die Sammlung war der Grundstock für das neue Museum", sagt Markus Döscher. Der 30-jährige Kunsthistoriker berichtet, dass er kürzlich eine sehr alte Dame durch die heutige Ausstellung geführt hat, die das damalige Museum noch gekannt hat.

Mit der Einrichtung des Museums wollten Heinz Thuß und seine Mitstreiter das Erbe der ehemaligen Grafschaft Hartenstein, der Burg Stein und des zerstörten Schlosses Hartenstein bewahren. "Wir beherbergen hier unter anderem den ältesten Bewohner von Hartenstein", sagt Döscher. "Es ist die Nachbildung des Manschettenhans genannten Hofnarren, der im 17. Jahrhundert bei der Herrschaft Schönburg-Hartenstein diente und nur 80 Zentimeter groß war. Er wurde, als das Schloss 1945 durch Brandbomben zerstört wurde, von der Fürstin aus den Flammen gerettet."

Neben diesem lustigen Gesellen gibt es auch Gruseliges zu entdecken. Dazu gehört beispielsweise das letzte Richtschwert für Enthauptungen in der Grafschaft. Darüber hinaus erfahren Gäste bei den Führungen mit Markus Döscher durch die Ausstellung viel Interessantes zum Altenburger Prinzenraub von 1455. Schließlich befindet sich die Prinzenhöhle, in der einer der entführten Prinzen versteckt gewesen sein soll, ganz in der Nähe.

Besucht worden ist die Ausstellung in den vergangenen 65 Jahren von abertausenden Gästen nicht nur aus der Region, sondern auch aus ganz Deutschland, Kanada, den USA, Australien, Neuseeland, Brasilien, Argentinien, England, der Schweiz, Österreich, Tschechien, Weißrussland und der Ukraine. Besonders empfehlenswert ist eine Führung durch das Burgmuseum, wenn wie in den vergangenen Tagen wieder einmal tropische Hitze herrscht. In der etwa 800Jahre alten Feste hinter den bis zu vier Metern dicken Mauern ist es nämlich auch in heißen Sommern angenehm kühl. (mit awo)

Das Museum in der Burg Stein in Hartenstein ist täglich, außer donnerstags und freitags, geöffnet. Ab 10 Uhr finden zu jeder vollen Stunde (außer 12 Uhr) Führungen statt. Bis Oktober startet die letzte um 16 Uhr, dann um 15 Uhr. Erwachsene zahlen 5 Euro, Kinder bis 16 Jahre 2 Euro Eintritt.

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