Eckersbach soll attraktiver für junge Familien werden

Der massenhafte Abriss der Plattenbauten in dem Stadtteil ist vorbei, der Wegzug gestoppt. Jetzt ist dort sogar der Bau neuer Wohnhäuser geplant.

Zwickau.

Der Zwickauer Stadtteil Eckersbach ist in den vergangenen Jahren immer wieder als Problemstandort bezeichnet worden. Jetzt - auch nach dem einen oder anderen erfolglosen Versuch - soll das Image aufpoliert werden. Das Entwicklungskonzept für den Städtebau, das auf den aktuellen Stand gebracht und im Haupt- und Verwaltungsausschuss vorgestellt wurde, soll dazu die Grundlage bieten.

Der drastische Rückgang der Bevölkerung ist weitgehend gestoppt. Lebten 1993 rund 17.400 Menschen in Eckersbach, waren es Mitte 2016 noch 8750. Auf diesem Niveau hat sich die Einwohnerzahl in etwa eingepegelt. Es ist daher nicht mehr erforderlich, Plattenbauten im großen Stil abzureißen. Vereinzelte Abbrüche wollte der Leiter des Zwickauer Bauplanungsamtes Jens Raußer allerdings nicht ausschließen.

Der Plan sieht vor, die vorhandene Struktur - von Wohnblocks über Straßen bis hin zu Grünanlagen - an den Bedürfnissen der Menschen auszurichten. Einer der Schwerpunkte: junge Familien nach Eckersbach holen. Schon jetzt ist der Altersdurchschnitt sehr hoch. Mittelfristig ist mit weiterem Leerstand von Wohnungen zu rechnen. Um jedoch jüngere Menschen in den Stadtteil zu holen, bedarf es weit mehr, als ihnen eine Wohnung anzubieten. So bevorzugen sie einen Wohnort mit kurzen Wegen zu attraktiven Kindereinrichtungen und Schulen. Daher wird in der Verwaltung über ein "Schulzentrum mit Campuslösung" nachgedacht.

Gefragt sind aber auch die Großvermieter. Größere Wohnungen seien Mangelware. Die Lösung: die Änderung von Zuschnitten. Damit könnten nicht nur größere Wohnungen entstehen, sondern diese auch auf einen modernen Standard gebracht werden. Wohnungen ohne Balkon sollte es künftig nach Möglichkeit nicht mehr geben.

Wohnen soll künftig in Eckersbach nicht nur in Wohnblocks möglich sein, sondern verstärkt auch in Einfamilienhäusern. Ein neuer Standort ist an der Carl-Goerdeler-Straße in unmittelbarer Nähe der Christophoruskirche geplant. Bereits deutlich sichtbar geht es auf dem Areal der früheren Komarowschule voran: Dort gibt es 14 Bauplätze für Wohnhäuser. An den meisten wird bereits gearbeitet.

Dem Umstand, dass in Eckersbach zahlreiche Asylbewerber leben, will die Arbeiterwohlfahrt mit einer Migrationsbegegnungsstätte Rechnung tragen. Dafür sollen das leerstehende Gebäude Max-Planck-Straße 12 gekauft und die ersten beiden Stockwerke entsprechend umgebaut werden.

Geplant sind ein Café, eine kleine Küche und eine Außenterrasse. 600.000 Euro soll das Vorhaben kosten. Dazu werden Fördermittel in Höhe von 540.000 Euro erwartet. 60.000 Euro kommen aus dem städtischen Haushalt. Da eine öffentliche Nutzung über 15 Jahre mit Asylbewerbern vom Landkreis Zwickau nicht zugesichert werden kann, wird das Projekt ein öffentlicher Treffpunkt für Ausländer und sozial schwache Familien.

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