Einzelhandel: Kaufland gibt Kampfansage ab

Nach dem mehrere Hunderttausend Euro teuren Umbau in Pölbitz will die Handelskette Marktführer in Zwickau werden.

Zwickau.

Auf dem umkämpften Zwickauer Einzelhandelsmarkt geht Kaufland in die Offensive. "Wir wollen Marktführer hier am Ort sein und jedem Paroli bieten, der uns angreifen will", sagte der Leiter des Pölbitzer Marktes, Klaus-Peter Abé, während der Wiedereröffnungsfeier am Dienstagabend.

Die Kampfrhetorik kommt nicht von ungefähr, mussten doch in den vergangenen Monaten in Marienthal und Eckersbach Mitbewerber mangels Umsatzes ihre Häuser schließen. Kaufland dagegen hat hohe Summen in die Modernisierung seiner drei Zwickauer Filialen gesteckt, allein der Markt in Pölbitz kostete nach Unternehmensangaben mehrere Hunderttausend Euro. Und auch in Steinpleis steht demnächst eine große Investition an. Dort will der Vermieter mehre Millionen Euro in den Centerumbau stecken. Kaufland ist der Hauptmieter. Mit Blick auf die Gesamtentwicklung sagt Abé: "Zwickau ist rund geworden."


Seit gestern können die Kunden in Pölbitz wieder einkaufen, nachdem der Markt zwei Tage lang geschlossen war. Die vorherigen acht Wochen des Umbaus gingen unter laufendem Betrieb vonstatten, meist in Nachtschichten. Letztlich ist der Markt moderner, bequemer und für die 112 Mitarbeiter am Standort effizienter zu bearbeiten geworden. Abé spricht von einem "Facelift", einer Schönheitsoperation. Diese sei nötig gewesen, um nicht ins Hintertreffen zu geraten. "Stagnation bedeutet Schluss mit Schönschreiben", sagt Abé

Denn es geht längst nicht um den Lebensmittelmarkt allein. Die Einkaufstempel bieten alles, von der Wurst über Bekleidung zu Drogerieartikel und Spielsachen. Entsprechend macht inzwischen nahezu jedes Geschäft jedem anderen in verschiedenen Segmenten Konkurrenz. "Natürlich ist die Spielwarenabteilung bei Kaufland ein Mitbewerber zu Spielwarenläden im Stadtzentrum", sagt Baubürgermeisterin Kathrin Köhler (CDU). Die Politik ist daher gefordert, Angebote zu steuern. "Die Stadt Zwickau versucht, mit einer vorausschauenden Genehmigungspraxis im Rahmen der Gegebenheiten das möglich zu machen, was der Markt hergibt und möchte", sagt Köhler.

Wenn laut Marktleiter Abé täglich zwischen 2000 und 2500 Menschen allein im Pölbitzer Kaufland einkaufen gehen, besteht aus Sicht des Innenstadthandels die Gefahr, dass zu viel Kaufkraft in den Stadtnorden abwandert. Dafür gibt es den unhandlichen Begriff der "zentrenrelevanten Randsortimente". So werden Waren bezeichnet, die vorrangig im Stadtzentrum angeboten werden und deren Verkauf in der Peripherie eingeschränkt wird. Streit darum gab es zuletzt im Februar, als der Stadtrat Regeln erließ, wie groß die Verkaufsflächen in einem Möbelmarkt sein dürfen, der an die Lengenfelder Straße ziehen will. Für einen besseren Überblick will die Stadt ihr Einzelhandelskonzept auf den neuesten Stand bringen, kündigt Kathrin Köhler an. Das ist auch bitter nötig. Die aktuelle Version ist bereits sieben Jahre alt.

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