Jan Josef Liefers kommt für eine Sommernacht nach Zwickau

Ein geschicktes Konzertarrangement mit TV-bekannter Starbesetzung in Zwickau, ein Stadtoberhaupt auf dem Klapprad in Werdau und ein Jubilar, der in sein achtes Jahrzehnt bei der Feuerwehr in Reinsdorf geht.

Jan Josef Liefers (55) ist Schauspieler, Musiker, Buchautor, Regisseur und noch sehr viel mehr. Einem Millionen-Fernsehpublikum ist er als egozentrischer Professor Boerne aus dem Münster-"Tatort" bekannt. Manche Zwickauer erlebten ihn als Darsteller 2012 im Zwickauer Konzert- und Ballhaus "Neue Welt" bei den Dreharbeiten zum Fernsehfilm "Nacht über Berlin", in der er einen jüdischen Arzt und seine Frau Anna Loos die Ballhaus-Besitzerin spielte. Der Zwickauer Matthias Krauß holte Liefers 2013 in Zwickaus "Neue Welt" - mit seiner Band, die damals noch Oblivation hieß. Das Publikum zeigte sich begeistert sowohl von den Songs als auch von dem charmanten Künstler. Nun wird Liefers am 3. Juli als Frontmann der Band "Radio Doria" ein Konzert auf dem Zwickauer Hauptmarkt geben, das wiederum von Matthias Krauß und seiner Veranstaltungsagentur organisiert wird. Der Anlass - 30 Jahre Friedliche Revolution-, die Liefers nicht nur hautnah miterlebte, sondern selbst aktiv mitgestaltete. "Warum der Termin auf den 3. Juli gelegt wurde, erklärt Matthias Krauß so: "Weil am 3. Juli vor 20 Jahren die Krauß Event gegründet wurde. Zudem veranstalten wir am darauf folgenden Tag erstmals zusammen mit dem Theater ,Classics unter Sternen' auf dem Hauptmarkt." Liefers, der am Sonntagabend zusammen mit weiteren "Tatort"-Kommissaren und prominenten Schauspieler-Kollegen Meret Becker, Anna Schudt, Matthias Koeberlin, Ronald Zehrfeld und Thomas Loibl die szenische Lesung "Die Unmöglichen" in der Chemnitzer Stadthalle gestaltete, ließ vor der Lesung in Vorbereitung des Zwickauer Auftritts vor Journalisten die Wende-Zeit Revue passieren: von der schlaflosen Nacht vor seiner Rede am 4. November 1989 auf der großen Demonstration auf dem Alexanderplatz bis zu einer skurrilen Begegnung mit dem ehemaligen Stasi-General Markus Wolf. "Als ich dann fertig war mit meiner Rede, bin ich in so einen kleinen Aufenthaltsraum hinter der Tribüne gegangen. Ich habe mich da hingesetzt, wollte einen Kaffee trinken, und dann hörte ich eine Stimme so aus dem Nichts: ,Möchten Sie auch ein Stück Pflaumenkuchen?' Ich drehte mich um und da stand Markus Wolf." (lth)

Gerhard Günther (85) kann sich ein Leben ohne die freiwillige Feuerwehr nicht vorstellen. Der rüstige Senior ist während Jahreshauptversammlung der Reinsdorfer Ortsfeuerwehr am Samstag für seine langjährige Mitarbeit in der Feuerwehr mit einer Urkunde des sächsischen Landesfeuerwehrverbandes geehrt worden. Günther, der inzwischen zur Alters- und Ehrenabteilung gehört, trat bereits 1949 als 15-Jähriger der Feuerwehr bei - somit begeht der Reinsdorfer sein 70-jähriges Feuerwehrjubiläum. Wie Rathauschef Steffen Ludwig (parteilos) erklärte, arbeitet Günther auch noch im ortsansässigen Heimatverein mit. "Als zuverlässiges Mitglied gestaltet er zahlreichen Aktivitäten mit", sagte der Bürgermeister. Neben Rathauschef Ludwig gehörten auch der Beigeordnete Carsten Michaelis (CDU), der Feuerwehr-Kreisverbandschef Matthias Hofmann und der Reinsdorfer Ortswehrleiter Christian Grüner zu den Gratulanten. (jwa)

Sören Kristensen (55, Unabhängige Liste), Oberbürgermeister von Werdau, kann auch ohne elektrische Unterstützung Rad fahren. Den Beweis dabei trat das als Kalif verkleidete Stadtoberhaupt zur ersten Faschingsparty des Werdauer Faschingsclubs (WFC) im "Pleißental" an, als er auf der Bühne an einem in die Jahre gekommenen Klappfahrrad mit nur wenigen Tritten den angebauten Scheinwerfer zum Leuchten brachte. "Da brauchte ich mich wenigstens nicht auf das Fahrrad zu setzen und konnte eine Pause einlegen", sagte Kristensens Doppelgänger Bernd Pfeifer, der wie schon zur Machtübernahme des WFC am 11. 11. vor dem Werdauer Rathaus im zu großen Teilen aufwändig inszenierten Programm als Sören Kristensen unterwegs war. (tmp)


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