"Landeier" machen Lesen mobil

Eine Interessengemeinschaft macht sich in Niedermülsen dafür stark, damit die Leute im Ort wieder mehr zusammenrücken. Ein erstes Projekt, das umgesetzt wurde, ist ein Bücherbus.

Niedermülsen.

Wohl kaum ein Bewohner des ländlichen Raumes lässt sich gerne als "Landei" bezeichnen. Aber genau diesen Namen haben zehn Frauen und Männer aus Niedermülsen für ihre kleine Interessengemeinschaft ausgewählt. "Wir sehen das nicht abwertend, sondern mit einem Augenzwinkern. Unser Ziel ist es, die Leute im Ort wieder enger in persönlichen Kontakt zu bringen. Die Idee dazu haben wir Ende vergangenen Jahres ausgebrütet", sagte Kathrin Ehrig. Erstes konkretes Projekt: ein Bücherwagen.

Dazu wurde ein ausgedienter Bauwagen angeschafft, neu hergerichtet und mit gespendeten Büchern, Zeitschriften und DVD bestückt. Finanziert haben die "Landeier" dieses Projekt aus der eigenen Tasche - ohne öffentliche Zuschüsse. "Hinzu kam der Erlös einer Weihnachtstombola im Genusshof, dessen Inhaber auch zu unserer Interessengemeinschaft gehören."


Anlässlich des Niedermülsener Dorf- und Feuerwehrfestes wurde der Bücherwagen jetzt erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Ansonsten befindet sich sein Standplatz am Anwesen der Familie Türschmann, Niedermülsener Hauptstraße 67. Kathrin Ehrig: "Er ist in der Zeit von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang offen und für jedermann zugänglich. Die Nutzung ist kostenfrei. Wer möchte, darf aber gerne eine Kleinigkeit in unsere Spendenbox werfen." Bücher und Co. können ausgeliehen oder auch gegen andere Exemplare ausgetauscht werden. Und wer möchte, hat sogar die Möglichkeit, gleich im Wagen zu schmökern. Dazu soll auch die Einrichtung einladen.

"Wir haben versucht, alles ein wenig wohnlich zu gestalten: ein Stuhl, ein kleiner Tisch, am Fenster Gardinen und davor ein bepflanzter Blumenkasten. Wer hierher kommt, soll sich wohlfühlen und den Alltagsstress ein wenig hinter sich lassen", sagte Andreas Flachowsky, der von Anfang an der Interessengemeinschaft angehört. Er fügte hinzu, dass man sich bewusst dafür entschieden habe, sich nicht den Zwängen eines Vereines zu unterwerfen. Je nach Vorhaben könne sich jeder aus dem Ort einbringen und die Gemeinschaft unterstützen. Ihr nächstes Projekt haben die "Landeier" schon im Visier. Sie möchten, dass Niedermülsen endlich eine Weihnachtspyramide erhält. "Dieses Jahr schaffen wird das nicht mehr. Dafür müssen wir zunächst noch Verbündete mit ins Boot holen, die uns dabei unterstützen. Außerdem gibt es noch keine konkreten Vorstellungen, wie die Pyramide einmal aussehen soll. Das entscheidet sich alles erst zu gegebener Zeit. Entsprechende Ideen und Anregungen sind jederzeit willkommen. Und natürlich auch Leute, die uns bei der Realisierung dieses oder anderer Projekte helfen möchten, in welcher Form auch immer". sagte Flachowsky.

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