Mit Patenschaften etwas für Bienen und Schmetterlinge tun

Weiden für Pferde und Rinder kennt jeder. Ein Michelner Landwirtschaftsbetrieb hat auch welche für Insekten angelegt und setzt dabei auf die Unterstützung von Naturfreunden.

Mülsen.

Die Phacelia und die Sonnenblumen sind schon verblüht. Orangefarbene Ringelblumen setzen noch Farbtupfer im Feld an der Straße Zum Graurock nahe der Auerbacher Straße. Dass es sich hier um keinen klassischen Pflanzenbau handelt, sieht man auf den ersten Blick. Was es mit dem Terrain auf sich hat, darüber gibt ein Schild am Wirtschaftsweg neben dem Blühstreifen Auskunft. "Diese Fläche dient Insekten über die gesamte Vegetationszeit als Nahrungsquelle und Rückzugsort und ist damit ein wichtiger Beitrag zum Artenschutz", ist darauf zu lesen.

Bewirtschaftet wird das Feld vom Landwirtschaftsbetrieb Thomas Leithold aus Mülsen St. Micheln. Dieser sorgt bereits seit fünf Jahren auf 14 Hektar für Blühwiesen und erhält dafür eine EU-Förderung. "Als dann in Bayern das Volksbegehen ,Rettet die Bienen' stattfand, haben wir in einer Fachzeitschrift gelesen, dass dort den Menschen, die keine Gärten haben, Patenschaften für Bienen- und Insektenweiden angeboten werden. Mit Erfolg", sagt Landwirtin Katja Leithold. "Wir fanden das gut und haben auch bei uns für solche Paten geworben, um über die geförderten Flächen hinaus weitere solche Blühwiesen anlegen zu können." Für 100Quadratmeter sind pro Jahr 50Euro zu berappen. Schließlich müssen die Leitholds Geld für die Pachtfläche und das Saatgut bezahlen, das neben Phacelia, Sonnen- und Ringelblumen unter anderem auch Borretsch und Blaue Bitterlupinie enthält. Außerdem muss das Feld im Frühjahr bestellt werden.

Landwirt Thomas Leithold berichtet, dass es für dieses Jahr 16Paten vor allem aus Mülsen, Zwickau und Lichtenstein gibt. Sogar eine Familie aus Dachau ist dabei. "Sie stammt aus Werdau und hat immer noch einen Bezug zur Region", sagt Katja Leithold. Eine weitere Patin ist Nicole Burkhardt aus Thurm. "Ich denke, die Umwelt ist nicht allein durch den Einsatz von Elektroautos zu retten", sagt sie. "Ich habe selbst keinen Garten. Da finde ich diese Patenschaften gut, mit denen jeder einen kleinen Beitrag zum Artenschutz leisten kann. Im Sommer war es ein einziges Summen und Brummen auf dem Feld."

Auch Imker Peter Gruner aus Mülsen St. Niclas findet die Idee mit den Patenschaften klasse. Er hat die Leitholds bei der Auswahl des Saatgutes beraten. "Diese Blühweiden haben den Vorteil, dass sie den Insekten nicht nur über einen kurzen Zeitraum Pollen und Nektar bieten wie beispielsweise die Rapsfelder. Durch die Mischung blüht es dort von Juni bis in den Herbst hinein", sagt er. "Es wäre gut, wenn über Patenschaften noch mehr solche Flächen angelegt werden könnten."

Es gibt zwar noch nicht viele, aber die Leitholds sind nicht die einzigen Landwirte, die welche anlegen. So berichtet Reiner Stauch, Geschäftsführer des Agrarbetriebs Unteres Erzgebirge, dass dieses Unternehmen am Stadtrand von Chemnitz 30.000 Quadratmeter Bienen- und Insektenweide mithilfe von Patenschaften angelegt hat. "Und nächstes Jahr wollen wir dort wieder eine Blühmischung ausbringen", sagt er. Auch in Kirchberg gebe es solch eine Fläche.

Weil die Paten den Bienen Gutes tun, wollen sich die Leitholds bei ihnen Ende des Jahres mit einem Glas Honig bedanken.

Patenschaften für 100 Quadratmeter Bienen- und Insektenweide für 2020 können für 50 Euro beim Landwirtschaftsbetrieb Thomas Leithold in Mülsen St. Micheln abgeschlossen werden.

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