Mit Tatütata in die Grundschule

In Crinitzberg gehört die Einschulungsfeier zu den Höhepunkten des Dorflebens, in die sich die Retter einklinken. Auch im Tierpark Hirschfeld warteten einige Überraschungen auf die Abc-Schützen.

Bärenwalde/Hirschfeld.

Die Turnhalle in Obercrinitz ist rappelvoll, plötzlich wird's ganz still. Stefanie Katt führt am Samstagnachmittag die 23 Abc-Schützen der Bärenwalder Grundschule in die vorderste Reihe. Die 30-jährige Klassenlehrerin scheint genauso aufgeregt zu sein wie ihre Knirpse. "Das durchlebe ich zum zweiten Mal. Ich freue mich auf die neue Klasse", sagt Katt, die gleich nach dem Studium ohne Umwege in der Privatschule einstieg, die zur Saxony International School "Carl Hahn" gehört.

Doch neben der Überreichung der Zuckertüten gibt's dort einen weiteren Höhepunkt - und das schon seit zwölf Jahren: Nach der Feierstunde fahren die Feuerwehrleute der Gemeinde Crinitzberg die Erstklässler mit ihren Fahrzeugen und Sirenengeheul in die Grundschule nach Bärenwalde. "Darauf freuen sich die Kinder jedes Mal. Und für uns ist es eine gute Gelegenheit, schon mal Nachwuchs für unsere Jugendfeuerwehr zu generieren", erklärt Karsten Franz, Wehrleiter der Ortswehr Lauterhofen, der außerdem für die Fraktion Bürgerkomitee im Gemeinderat sitzt.

"Anfangs war das noch eine echte Überraschung. Inzwischen stellen sich die Kinder aber darauf ein", ergänzt Bürgermeister Steffen Pachan (Bürgerkomitee), der nicht mit leeren Taschen zur Feierstunde erschienen ist. "Früher gab es für die Schulanfänger noch Brotbüchsen", erinnert sich der Rathauschef. Diese Zeiten seien aber längst vorbei.

Pachan packt als Geschenk der Gemeinde für die 23 Mädchen und Jungen T-Shirts aus - mit dem Namen der Schule. Außerdem hat er noch Mini-Zückertüten im Gepäck, die er im Auftrag des Landrates verteilt. In seiner Rede bedankt er sich beim Kita-Team, das "großartige Arbeit geleistet hat".

Dem kann sich Schulchefin Eva-Maria Sandig nur anschließen. "Die Schulanfänger sind selbstbewusster und die Zuckertüten größer geworden, aber die Aufregung ist die gleiche wie früher", sagt sie. Den Eltern gibt sie eindringlich den Rat, "immer auf das eigene Kind zu schauen". Vergleiche mit anderen Mädchen und Jungen seien wenig hilfreich. Es gehe darum, den eigenen Weg fürs Kind und die Familie zu finden. "Daher vertrauen Sie in das eigene Kind und in die Lehrer", betont Sandig und fordert "Lob statt Schimpfaktionen." Sie und ihr achtköpfiges Lehrerteam machen sich zudem dafür stark, dass den Kindern schon frühzeitig"ein hohes Maß an Sozialkompetenz" mitgegeben wird. Trotz fortschreitender Digitalisierung - alle Unterrichtsräume verfügen über interaktive Tafeln mit Zugang zum Internet - hat Sandig noch einen letzten Rat: "Das eigene Lernen muss immer wieder gelernt werden."

Auch im Tierpark Hirschfeld gibt es gestern beim traditionellen Zuckertütenfest für alle Schulanfänger eine besondere Überraschung. Sie haben den ganzen Tag über freien Eintritt und dürfen zudem kostenlos eine Runde mit der Ponykutsche drehen. Zusätzlich erhalten sie sogar noch eine kleine Zuckertüte.

Davon profitiert auch der sechsjährige Wilhelm aus Döbeln, der zusammen mit seinen Eltern den Tierpark besucht. "Ich freue mich schon auf die Schule. Lesen, schreiben und rechnen lernen wird bestimmt toll. Aber noch schöner finde ich eigentlich die Pausen", schätzt der Abc-Schütze seinen neuen Lebensabschnitt doch schon recht pragmatisch ein.


29 Lehrerstellen unbesetzt

Im Kreis Zwickau gibt es 52 staatliche Grundschulen, im Vogtlandkreis sind es 48. Laut Arndt Schubert, Sprecher des Landesamtes für Schule und Bildung in Zwickau, beginnt heute im Kreis Zwickau für 2245 Abc-Schützen der Unterricht. Zudem gibt's im Kreis neun Grundschulen in privater Trägerschaft. Hierzu liegt dem Amt die Anzahl der Erstklässler noch nicht vor. "Das wird später ermittelt."

Für den gesamten Zuständigkeitsbereich der Zwickauer Regionalstelle sind 29 Lehrerstellen unbesetzt. Bei insgesamt 4200 Lehrern an Grund-, Ober-, Förder- und Berufsschulen sowie Gymnasien seien das vergleichsweise wenige. "Wir haben dennoch eine schwierige Situation", so Schubert.

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