Oberrothenbach fürchtet um Wismut-Sanierung

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Die Stabsstelle, die sich um die Hinterlassenschaften des Betriebes kümmern soll, ist derzeit nicht besetzt. Abgeschafft werden soll sie aber nicht.

Zwickau.

Im Zwickauer Stadtteil Oberrothenbach läuteten offenbar die Alarmglocken, als bekannt wurde, dass die Stabsstelle für Wismutangelegenheiten derzeit verwaist ist. In Oberrothenbach sieht man das Thema Wismut und vor allem deren strahlende Hinterlassenschaften vor allem wegen der Nähe zum ehemaligen Aufbereitungsbetrieb Crossen sowie diverser Halden und Absetzbecken besonders kritisch. Immerhin war zumindest ein Teil des Aufgabengebietes mit eigenem Büro im Ortsteil angesiedelt. Als dann auch Gerüchte aufkamen, dass die Stelle möglicherweise dem Rotstift zum Opfer fallen soll, forderte Ortsvorsteher Carsten Schick (FDP) im Ortschaftsrat Auskunft von der Stadtverwaltung, wie es mit der Stelle weitergehen soll. Wie Rathaussprecher Mathias Merz auf Anfrage der "Freien Presse" sagte, ist die Stelle im Entwurf des Stellenplanes 2021/2022 noch enthalten. Eine Streichung sei nicht vorgesehen, jedenfalls nicht von der Verwaltung. Und auch am Aufgabengebiet werde sich zunächst nichts ändern. "Bei der Stelle Wismutangelegenheiten plant die Stadtverwaltung derzeit keine Kürzung oder Abschaffung der zugrunde liegenden Aufgaben", sagte er.

Besetzt ist die Stelle, die im Plan mit 0,85 Prozent einer Vollzeitstelle vermerkt ist, allerdings derzeit auch nicht. Der bisherige Inhaber Gerd Meyer hat sich auf eine frei gewordene Vollzeitstelle in einem anderen Amt der Stadtverwaltung beworben. Wie Mathias Merz sagte, werde er jedoch vorerst noch für Fragen zur Sanierung der Wismuthalden und als Ansprechpartner zur Thematik Radon zur Verfügung stehen. "Ob Aspekte der bisherigen Tätigkeit von anderen Ämtern übernommen werden, wird untersucht", sagte Merz. Er wies auch darauf hin, dass die in Oberrothenbach angesiedelte Teilzeitstelle mit 0,15 Prozent einer Vollzeitstelle, erhalten bleibe. Öffentlich ausgeschrieben ist die Stelle Stabsstelle Wismutangelegenheiten zumindest auf der Internetseite der Stadt nicht.

Zwickau ist aufgrund des ehemaligen Aufbereitungsbetriebes Crossen vom Einbau des sogenannten Wismut-Schotters besonders betroffen. Das belastete Material wurde vor 1990 vielfach bei Tiefbauarbeiten im Stadtgebiet eingesetzt. Daher wird das Material, das, solange es ordnungsgemäß abgedeckt ist, keine Schäden auslösen kann, bei Bauarbeiten häufig vorgefunden. Das war in der Vergangenheit vor allem beim Abriss der Wohnblocks im Zwickauer Stadtteil Eckers- bach E5 sowie auch bei den dortigen Straßen, Gehwegen und Stell- flächen der Fall. Derzeit wäre der Einsatz der Stabsstelle ohnehin gering. "Gegenwärtig gibt es keine größeren Baumaßnahmen im Auftrag der Stadt Zwickau, bei denen mit radioaktivem Wismut-Material umgegangen werden muss", sagte Merz.

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