Opfergedenken in Zwickau

Zum Volkstrauertag gab es am Sonntag Kranzniederlegungen auf dem Hauptfriedhof. Neben den Opfern der Weltkriege wurde auch denen von Terrorismus, Intoleranz und Fremdenhass gedacht.

Zwickau.

Während am Sonntagnachmittag anlässlich des Volkstrauertages auf dem Zwickauer Hauptfriedhof Vertreter der Stadt und von Verbänden Kränze an den Grabstätten der Bombenopfer, der russischen Soldaten und am Denkmal Deutscher Kriegsgräber niederlegten, stellten Doreen Zöllner und Katrin Forberger mit Kindern Lichter auf die Grabplatten der gefallenen deutschen Soldaten. "Es ist uns wichtig, dass sie nicht vergessen werden. Das wollen wir am heutigen Volkstrauertag auch den Kindern vermitteln", sagte Doreen Zöllner.

Vorher hatte Oberbürgermeisterin Pia Findeiß (SPD) beim Gedenken in der Trauerhalle, an dem auch Schüler des Peter-Breuer-Gymnasiums teilnahmen, darauf verwiesen, dass der Tag ursprünglich ein Gedenktag für die gefallenen deutschen Soldaten war, der von den Nationalsozialisten zum Heldengedenktag stilisiert wurde. "Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er zu dem, was er heute ist: Ein Tag, an dem wir der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft aller Nationen gedenken", sagte sie. "Dabei sollte uns auch bewusst werden, welches Glück wir haben, in Frieden und in einer Demokratie zu leben." Es sei eben keine Selbstverständlichkeit, dass in Deutschland seit fast 75 Jahren Frieden herrscht. "Es ist ein großes Glück, das es zu erhalten und zu bewahren gilt", so Findeiß.

Armin Hahn, Oberstleutnant der Reserve, machte als Vertreter des Deutschen Bundeswehrverbandes und des Verbandes der Reservisten der Deutschen Bundeswehr darauf aufmerksam, dass mit dem anhaltenden Kampf in der Ukraine der Krieg nach Europa zurückgekehrt ist. "Im Nahen Osten morden Diktatoren und islamische Extremisten die Menschen zu Hundertausenden, Millionen erleiden heute die Folgen von Krieg, Flucht und Vertreibung", sagte er. Herbert Reischel vom Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge sagte: "Wir brauchen die Kultur des Gedenkens. Der Volksbund hilft dabei."

Und Pfarrer Michael Schünke von der Lukasgemeinde Planitz warnte davor, sich nicht von Leuten, die sagen, was gut klingt, doch böse ist, verführen zu lassen. In Hinblick auf die NSU-Opfer sagte er: "Es ist gut, dass es dafür jetzt in Zwickau einen Ort des Gedenkens gibt."

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