Reinigung des Sickerwassers braucht kaum noch Menschen

Für die ehemalige IAA Helmsdorf reicht bald eine kleinere Wasserbehandlungsanlage. Die aber wird noch jahrzehntelang gebraucht.

Oberrothenbach.

Auf dem Gelände der ehemaligen Industriellen Absetzanlage (IAA) Helmsdorf im Zwickauer Ortsteil Oberrothenbach soll im kommenden Jahr ein neues Gebäude entstehen. Die Wismut plant, eine Wasserbehandlungsanlage zu errichten, die deutlich kleiner ist als die, die bereits in Betrieb ist. Darüber informierte jetzt Gerd Meyer von der Stabsstelle Wismut den Ortschaftsrat von Oberrothenbach.

Die Anlage wird so konzipiert, dass sie bis zu 50 Kubikmeter Wasser pro Stunde reinigen kann. "Das wird aber nur dann der Fall sein, wenn es tagelang stark geregnet hat", so Meyer. In der Regel werden rund 20 Kubikmeter Wasser durch die Anlage laufen. Der derzeit in Betrieb befindliche Bau ist so ausgelegt, dass er 250 Kubikmeter pro Stunde fassen kann. Das ist aber mit der fortschreitenden Sanierung des Schlammteiches nicht mehr nötig. Die Rückstände der Uranaufbereitung sind inzwischen so weit abgedeckt, dass oberflächliches Wasser nicht mehr kontaminiert ist. Allerdings löst Sickerwasser auf seinem Weg durch das Gelände nach wie vor Schadstoffe aus dem Erdreich. Daran wird sich auch nach Einschätzung der Wismut so bald nichts ändern. Die neue Wasserbehandlungsanlage soll mindestens noch 30 Jahre lang in Betrieb sein, erklärte Meyer.

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Der Bau soll im kommenden Jahr beginnen, die Anlage 2020 in Betrieb gehen. Der alte Gebäudekomplex wird erst abgerissen, wenn die neue Anlage zuverlässig arbeitet. Mit dem Abriss wird mehr Ruhe auf dem Gelände einkehren. Das ist besonders für die Wasservögel wichtig, für die die Wismut ein spezielles Gewässer angelegt hat. Es soll die Grundlage für ein neues Biotop bilden und dabei vor allem der geschützten Rohrdommel ein neues Zuhause geben. Bisher leben diese Tiere ebenfalls von Dänkritz I. Das vor vielen Jahrzehnten bereits von der Wismut stillgelegte Gelände ist noch nicht saniert - das soll aber in absehbarer Zeit geschehen. Voraussetzung ist, dass die Rohrdommeln ein neues Zuhause haben. Geplant ist, dass die Wasserbehandlungsanlage weitgehend selbstständig arbeitet. Das bedeutet auch, dass der Weg zum Gebäude selten genutzt wird. Auch das ist im Sinne der Natur gedacht, die sich das Gelände zurückerobern soll. Um das zu befördern hat sich der Ortschaftsrat dafür ausgesprochen, den Weg zur Anlage nicht zu asphaltieren. Zudem soll via Schranke dafür gesorgt werden, dass keine anderen Menschen das Gelände befahren.

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