Reinsdorfer setzen auf Beständigkeit

Der neue Gemeinderat ist fast der alte. Nur drei Mitglieder haben sich verabschiedet - zwei davon freiwillig. Auch bei der Vergabe von Posten bleiben sich die Reinsdorfer treu.

Reinsdorf.

Obwohl nur drei Menschen die Arbeit im Reinsdorfer Gemeinderat neu aufgenommen haben, haben sich die Machtverhältnisse deutlich verschoben. Zumindest auf dem Papier.

Das liegt vor allem daran, dass die CDU drei Sitze verloren hat - aus sieben mach vier, hieß es bei den Christdemokraten. Während Uwe Neumärker nicht genug Stimmen bekam, traten Reinhard Gerber und Markus Schädlich nicht noch einmal an. Alle drei wurden zur konstituierenden Sitzung vergangene Woche freundlich verabschiedet -alle drei wünschten den Bürgervertretern weiter gutes Gelingen. Neu im Rat sind mit Annika Wehlte und Stephan Schneider zwei Vertreter der Freien Wähler, die statt bisher sieben nun neun Sitze innehaben. Neu im Rat sind auch zwei Vertreter der AfD - die Rechnung geht dennoch auf, denn Petra Lorenz war 2014 noch auf der Liste der Grünen in den Rat eingezogen, nachdem sie sich zuvor von der FDP losgesagt hatte. An ihrer Seite sitzt künftig Franz Neubert, der jedoch die erste Sitzung verpasste, weil er im Urlaub war.

Die Reinsdorfer scheinen im Vergleich zur Wahl 2014 auf Kontinuität zu setzen - und das gilt nicht nur für die Wähler. Auch bei der Vergabe diverser Posten blieben sie beim Bewährten. So wurden Thomas Ehrler (CDU), Cornelia Vötisch (Freie Wähler) und Peter Fritzsch (Freie Wähler) als Stellvertreter von Bürgermeister Steffen Ludwig (parteilos) wiedergewählt. Darüber herrschte im Rat große Einigkeit - mit einer Ausnahme: Petra Lorenz bewarb sich selbst an Ehrlers Stelle um den Sitz als erste Stellvertreterin des Bürgermeisters. Sie begründete das damit, dass auch ein Vielauer unter den Vertretern sein sollte. Der von ihr vorgeschlagene Marko Waschke (Freie Wähler) lehnte das ab, also stellte sie sich selbst zur Wahl, bekam jedoch nur eine Stimme. Dass Waschke im Rat mitarbeitet, war zuvor ausdrücklich bestätigt worden. Er ist zwar im Bauhof der Gemeinde angestellt, doch laut sächsischem Innenministerium ist dies kein Hinderungsgrund, ein Mandat anzunehmen. Als Vorarbeiter leiste Waschke im Wesentlichen körperliche Arbeit - damit gehört er nach der sächsischen Gemeindeordnung nicht in die Gruppe derer, die kein Mandat ausüben dürfen.

Vergeben wurden während der ersten Ratssitzung auch die Sitze im Aufsichtsrat der Wohnungsbaugesellschaft - und zwar an fünf Gemeinderäte sowie an den Bürgermeister. Der antwortete auf eine entsprechende Anfrage von Petra Lorenz zu seinen Einnahmen aus dieser Tätigkeit, dass er dazu nichts sagen müsse - dass er aber als Bürgermeister noch nie Geld aus solchen Aufgaben genommen habe.

Brigitte Kunz (Linke) wird die Gemeinde im der Robert-Schumann-Gesellschaft und im Theater-Förderverein vertreten.


Der Bürgermeister

Steffen Ludwig steht der Gemeinde seit 1985 vor und gilt somit als einer der dienstältesten Bürgermeister Sachsens. Der 61-jährige Parteilose wurde 2013 mit 94,9Prozent der Stimmen wiedergewählt. Einen Gegenkandidaten gab es nicht. Die Wahlbeteiligung: 47 Prozent. In Ludwigs Amtszeit fällt die Fusion der Gemeinden Reinsdorf, Vielau und Friedrichsgrün im Jahr 1999. Zurzeit zählt die Kommune mehr als 7440 Einwohner. Er sieht den Demografie-Wandel als eine der größten Herausforderungen. (jwa)


CDU


AfD


Die Linke


Freie Wähler


SPD

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