Sanierung nahezu abgeschlossen: Zwickauer Gewandhaus an Theater übergeben

Die Bauarbeiten am und im Zwickauer Theater sind im Prinzip abgeschlossen. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit hat die Stadt das Haus sozusagen den Theaterleuten überreicht.

Zwickau.

Nach vierjähriger Bauzeit ist die Sanierung des historischen Gewandhauses in Zwickau nahezu abgeschlossen. Die Gerüste sind gefallen, die Bauzäune und die Baustelleneinrichtungen sind verschwunden. Am Sonntagvormittag erfolgte nun die offizielle Übergabe vom "Bau" (Stadt Zwickau) an die "Kunst" (Theater Plauen-Zwickau), sodass ab Anfang Januar der Probebetrieb und der schrittweise Einzug der Beschäftigten des Theaters beginnen kann, sagte Rathaussprecher Mathias Merz am Nachmittag. Pandemiebedingt fand die symbolische Schlüsselübergabe nur im kleinen Kreis und ohne Öffentlichkeit statt.

Im Rahmen der denkmalgerechten Komplettsanierung und dem Umbau der Zwickauer Spielstätte des Theaters Plauen-Zwickau wurde der Dachstuhl saniert, im Gebäudeinneren erfolgten umfangreiche Rohbauarbeiten, verbunden mit der grundlegenden Änderung des Eingangs- und Foyerbereichs. Die Gebäudehülle mit Dachdeckung, Fenster und Fassade wurde vollständig erneuert. Im Gewandhaus sind die gesamte haustechnische Installation und Anlagen, die Bühnentechnik, der Bühnenboden, Akustikelemente, die Bestuhlung, Möblierung, Sanitärräume und so weiter neu hergestellt worden. Die öffentlichen Bereiche wie Theatersaal, Garderobe und ebenso die Umkleide-, Masken-, Probe- und Aufenthaltsräume für die Theaterschaffenden entsprechen nun dem Stand der Technik, heißt es aus der Stadtverwaltung. Bis kurz vor Weihnachten erfolgte die Fertigstellung der Gewerke im Bereich der technischen Gebäudeausstattung sowie der Theatertechnik. Die Leistungen der am Bau Beteiligten sind somit weitestgehend abgeschlossen und abgenommen, sagte Merz. Trotzdem werden noch Handwerker im Gebäude unterwegs sein.

Der ursprünglich vorgesehene Zeitrahmen konnte nicht eingehalten werden. Es gab verschiedene Ursachen dafür. Der Zustand des Gewandhauses erwies sich insbesondere im Dachgeschoss erheblich schlechter als angenommen. Ausschreibungsbedingte Verzögerungen gab es unter anderem durch die Aufhebung der Vergabe der Saalbestuhlung und die Neuausschreibung. Ebenso fielen 2020 pandemiebedingte Erschwernisse an, die zu Verschiebungen in den Lieferketten und veränderten Bauabläufen führten, sagte Mathias Merz.


Kosten enorm gestiegen 

Als Umbau und Sanierung des Gewandhauses im März 2016 beschlossen wurden, war von Gesamtkosten in Höhe von 14,25 Millionen Euro ausgegangen worden. Im März 2019 wurden die Kosten dann auf 19,5 Millionen Euro korrigiert. Aber auch diese Summe wird aus heutiger Sicht nicht ausreichen, sagte Rathaussprecher Mathias Merz. Genau werden die Kosten im Rahmen der Endabrechnung nach Vorlage aller Schlussrechnungen voraussichtlich im März 2021 fachgerecht beziffert, sagte er.

Angesichts der aktuellen Lage bezüglich der Corona-Pandemie und der zu erwartenden weiteren Einschränkungen bis weit ins neue Jahr hinein, hat das Theater beschlossen, den Spielbetrieb bis vorläufig Ende März einzustellen. Als Wiedereinstieg in den Spielbetrieb ist die Eröffnung des Zwickauer Gewandhauses um Ostern mit Inszenierungen aller Sparten vorgesehen, heißt es. (ja)

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