Schwitzen im goldenen Häuschen

Ein Zwickauer Architekt hat eine Sauna entwickelt, die man beim Umzug einfach mitnehmen kann. Nun wurde der erste Prototyp vorgestellt - in einer ungewöhnlichen Farbe.

Zwickau/Glauchau.

Wenn im Herbst die grauen Tage überwiegen, tankt Carsten Brunner gern in einer Sauna Wärme. Der 47-Jährige ist einer der Geschäftsführer des Zwickauer Architekturbüros Aboa. Da Carsten Brunner in letzter Zeit oft umgezogen ist, kam ihm ein ungewöhnliche Idee: eine mobile Sauna für den Garten, die man bei jedem Wohnortwechsel mitnehmen kann. Beim Parkkunst-Fest in Waldenburg hat er jüngst den Prototyp präsentiert - und der sorgte für Gesprächsstoff beim Publikum.

Wer bei der Hitzehütte ein kleines beheizbares Holzhaus aus dem Baumarkt vor Augen hat, liegt falsch. Bei Brunners Sauna ist der Name "Goldheiss" Programm: Die Sauna ist aus Metall und soll in drei Farbvarianten produziert werden, eine davon Gold. "Die Käufer sollen zwischen den Fassadenfarben wählen können, damit die Sauna dann auch zum Haus auf dem Grundstück passt", erklärt Brunner.

Variabel ist auch die Grundfläche: Bei der größeren Variante verteilen sich auf 15 Quadratmetern der Saunaraum, Dusche und ein Ruheraum. Vier Personen können sich reinsetzen. Brunner kalkuliert, dass dafür rund 30.000 Euro zu berappen sind. Damit ist der Preis um ein vielfaches höher als bei Saunen, die es beispielsweise im Baumarkt zu kaufen gibt - die sind nämlich oft schon ab einer niedrigen vierstelligen Summe zu haben. Das Angebot richtet sich dementsprechend an einen Kundenstamm mit den nötigen Finanzen, der auch noch häufig umzieht. Brunners kleine Sauna-Variante ist indes nur halb so groß und kostet auch weniger.

Beheizt werden die Saunen elek-trisch, für die große Variante ist zudem ein Wasseranschluss nötig. Mit einem Laster wird das fertige Häuschen bis auf das Grundstück gefahren und abgeladen.

An der Idee für die mobile Sauna feilt Carsten Brunner bereits seit längerer Zeit. "Erste Gespräche mit Marcus Medicke vom Metallbau Medicke in Glauchau gab es schon vor fünf Jahren", erzählt er. Aber als Geschäftsführer von Aboa und Familienvater sei oft anderes wichtiger gewesen. Das Projekt kam jetzt ins Rollen, als Marcus Medicke ihm vor einiger Zeit mitteilte: "Ich habe jetzt mal Material für einen Prototyp bestellt." Als Architekt Brunner freudig seinem Cousin davon berichtete, bereitete dieser ihm zudem noch eine ungewöhnliche Geburtstagsüberraschung: eine Internetseite.

Brunners Cousin ist in der Onlinebranche tätig und baute für Carsten Brunner eine Internetpräsenz, über die er die künftige mobile Sauna vertreiben kann. "Damit es hier mal vorangeht", habe der Cousin augenzwinkernd gesagt. Schließlich stand der Prototyp.

Ganz neu ist die Idee der mobilen Sauna freilich nicht, das weiß Brunner. Aber durch seine Arbeit im Architekturbüro hat er gemerkt, dass "Wellness, Sauna und Gesundheit gerade gehypt werden", wie er sagt.

Bis es die erste Gold-Sauna zu kaufen gibt, wird es indes noch etwas dauern. Der Prototyp steht jetzt erst einmal bei Medicke Metallbau im Hof. Angeschlossen ist er, "Probeschwitzen ist also möglich", so Brunner. Beim Parkkunstfest in Waldenburg sei das theoretisch auch möglich gewesen. Aber an dem Wochenende war es so heiß, dass die Besucher die Sauna lieber als schattigen Rückzugsraum genutzt hätten.

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