Sie wecken Aufmerksamkeit

Ein Senior, der das Friedrichsgrüner Paarturnen aus der Taufe gehoben hat. Eine Mülsenerin, die die Tradition des Frauentages nicht missen möchte. Ein junger Mann, der eine 24-Stunden-Diskussion vorbereitet.

Frank Lahn (76), Turner, gehörte am Sonnabend zu den Gästen des 36. Friedrichgrüner Paarturnens. Er war es, der 1984 diese Veranstaltungsreihe aus der Taufe gehoben hat. Obwohl er inzwischen in Thüringen lebt, nutzt er immer wieder die Gelegenheit, dieses Spektakel der Sportgemeinschaft Friedrichsgrün zu besuchen. "Ich freue mich, dass es diese Veranstaltung nach wie vor gibt und mein Sohn Jörg die Rolle des Cheforganisators übernommen hat", sagte er. Dabei machte er keinen Hehl daraus, dass die Anfänge schwierig waren. Nicht alle waren seinerzeit von der Idee des Turnfanatikers begeistert, standen dem Ganzen sogar mit Ablehnung gegenüber. "Ich wollte das Turnen, das manchmal doch ein wenig steif rüberkommt, ein wenig auflockern. Da es Paarturnen in den USA gab, war es einigen Leuten hier einfach zu westlich angehaucht. Davon habe ich mich aber nicht abschrecken lassen und konnte sogar hochkarätige DDR-Sportler für eine Teilnahmen gewinnen", sagte Lahn. Er hält dem Turnsport bis heute die Treue. Seiner Leidenschaft geht er inzwischen beim TSV Nordhausen nach und ist in der Altersklasse der über 75-Jährigen deutscher Meister. (awo)

Ute Haese (63), Stadtführerin, war sichtlich überrascht, dass ihr am Sonntag eine so große Zahl neugieriger Zuhörer auf dem Weg entlang der Zwickauer Mulde von der Paradiesbrücke bis zum Schlobigpark folgten. Mehr als 50 Frauen und Männer nutzten die kostenlose Tour anlässlich des Weltgästeführertages, um mehr über diesen Teil Zwickaus zu erfahren. "Der Tag steht diesmal unter dem Motto 'Lieblingsorte', was mir persönlich die Auswahl der Strecke sehr leicht gemacht hat. Ich möchte den Leuten zeigen, wie schön und grün Zwickau eigentlich ist. Außerdem nutzte ich den Weltgästeführertag immer für eine Premierentour", sagte sie. Da sich in den vergangenen Jahrzehnten zwischen den beiden Eckpunkten der Führung viel verändert hat, sah sie das Ganze ein wenig als eine Art Erinnerungstour. Ute Haese ist seit 2009 als Stadtführerin in Zwickau unterwegs. Sie schlüpft dabei auch gerne in Kostüme, die sie als Katharina von Bora, Caroline Neuber oder Clara Schumann zeigen. Als Stadtführerin ist ihr wichtig, eine Botschafterin der Stadt und der Region zu sein - auf informative, immer auch unterhaltsame Weise. (awo)

Ingrid Birkner (69), ehrenamtliche Helferin, kümmerte sich am Sonnabend bei der Frauentagsfeier des Heimatvereines Mülsen gemeinsam mit einer ganzen Reihe von Mitstreitern um das Wohl der rund 200Gäste in der Thurmer Festscheune. "Ich finde, dass es auch in der heutigen Zeit noch sehr wichtig ist, die Rechte der Frauen zu stärken. Ganz obenan sehe ich da den Kampf um die Gleichberechtigung", sagte die ehemalige Erzieherin. Auf der anderen Seite empfand sie es als gut, dass die Veranstaltung nicht von kämpferischen Parolen, sondern von Spaß und Unterhaltung lebte. Ingrid Birkner: "Die Frauen sollen hier ein paar entspannte und unterhaltsame Stunden verleben." Allerdings musste die 69-Jährige mit Bedauern einschätzen, dass fast nur Vertreterinnen der reiferen Generation zur Frauentagsfeier gekommen waren. "Natürlich verstehe ich, wenn junge berufstätige Frauen am Wochenende lieber daheim bei ihr Familien sind. Aber auch sie sollten sich mal so eine kurze Auszeit gönnen", sagte sie. (awo)

Monika Woytowicz (75) brachte am Donnerstag auf Einladung des Kunst- und Kulturfördervereins Fraureuth keine "Geschichten übern Gartenzaun" ins Hotel First Inn mit, sondern ihre Ausstellung "Behüte dein Licht" mit Zeichnungen und Malerei aus den Jahren 2005 bis 2019. Als die Fernsehserie "Geschichten übern Gartenzaun" 1982 ausgestrahlt wurde, zählte Woytowicz, die darin die Hauptrolle spielte, zu den großen Fernsehlieblingen. Sie war dem DDR-Publikum auch aus zahlreichen Kino- und Fernsehfilmen sowie als Theaterschauspielerin bestens bekannt. In der Fortsetzung durfte sie nicht mitspielen, weil sie die DDR 1984 verließ. Ab da feierte sie große Kino- und Fernseherfolge in der BRD, unter anderem in "Liebling Kreuzberg" an der Seite von Manfred Krug. Im Jahr 2000 musste sie dann krankheitsbedingt die Schauspielerei aufgeben. 2005 nahm sie ein Studium der Kunsttherapie in München auf. Ihre Werke stellte sie unter anderem in München und Stuttgart aus. Unter den 25 Arbeiten, die sie nach Zwickau brachte, befanden sich auch zwei unverkäufliche - die "Kleine Pietá" und "Behüte dein Licht". Zur Vernissage erzählte die Künstlerin, dass jedes ihrer Werke für eine Geschichte steht. Einige von ihnen brachte sie auch zu Gehör. "Behüte dein Licht - heiß auch, lebe deine Erkenntnis, wenn du sie gefunden hast", sagte Woytowicz, die seit 2009 in Mecklenburg lebt. (lth)

Hans Jänke (75), 1. Vorsitzender des Zwickauer Malzirkels "Steinkohle", freute sich über die große Besucherschar zur Ausstellungseröffnung am Donnerstag im Zwickauer Rathaus. Der Finanz- und Kulturbürgermeister Bernd Meyer (Die Linke) bedankte sich persönlich bei den Vereinsmitgliedern für die gute Arbeit mit Jugendlichen. "Fast die Hälfte unserer Mitglieder besteht aus den Jugendlichen, es könnten aber ruhig noch mehr werden. Wer Interesse hat, egal, ob Jung oder Alt, kann gerne bei uns in der Hauptstraße 25 vorbei kommen. Die Kinder und Jugendlichen treffen sich jeden Freitag, die Erwachsenen jeden Donnerstag", sagte Jänke, der seit drei Jahren den Malzirkel leitet und selbst ein passionierter Freizeitmaler und -zeichner ist. Einige seiner Arbeiten sind in der beeindruckenden Leistungsschau zu sehen, die die Stadt Zwickau in den Mittelpunkt rückt. Die Laudatio auf den 1955 gegründeten Malzirkel, der zurzeit mehr als 40 Mitglieder zählt, hielt der ehemalige Leiter des Zwickauer Puppentheaters Heinrich Schulze, der den Zwickauern bestens als Puppen-Schulze bekannt ist. lth

Wer Interesse an der Mitarbeit im Zwickauer Malzirkel "Steinkohle" hat, kann sich per E-Mail (malzirkel@jaenke-online.de) an die Gruppe wenden oder sich telefonisch informieren. Sven Richter (20) hat in diesen Tagen alle Hände voll zu tun. Als Vorsitzender des Vereins "Fortschritt-Vision-Diskurs" bereiten der Zwickauer und sein Co-Vorsitzender Theo Spitzner alles für die 24-Stunden-Diskussion vor, die am Wochenende in Dresden stattfindet. "Als Hauptorganisatoren müssen wir Förderer und Sponsoren werben, Politiker als Gesprächspartner und natürlich Teilnehmer gewinnen", sagte Sven Richter, der in Zwickau BWL studiert. Die Veranstaltung besteht aus mehreren Gesprächsformaten über Themen wie Inklusion oder Natur- und Umweltschutz. Die 24-Stunden-Diskussion richtet sich an junge Menschen, die sowohl untereinander als auch mit Politikern ins Gespräch kommen sollen. Neben Podiumsdiskussionen mit Bundes- und Landespolitikern wird es auch eine Gesprächsrunde mit Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) geben. Angesichts der Diskussion um den Coronavirus haben Sven Richter und seine Mitstreiter mit dem Dresdner Gesundheitsamt gesprochen. Dank entsprechender Maßnahmen und eines Sanitäters, der vor Ort sein wird, könne die Veranstaltung stattfinden. (dha)


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