Stützmauer treibt Kosten in die Höhe

Vom "Fluch des neuen Geldes" spricht der Landrat im Zusammenhang mit dem Bau der Sporthalle am Sandberggymnasium. Auf den Mehrkosten wird der Kreis vermutlich sitzen bleiben.

Wilkau-Haßlau.

Die Mehrkosten von etwa 700.000 Euro, die beim Bau der Zweifeld-Sporthalle am landkreiseigenen Gymnasium "Am Sandberg" in Wilkau-Haßlau entstanden sind, sind "auf den Fluch des neuen Geldes" zurückzuführen. So kommentierte Landrat Christoph Scheurer (CDU) die entstandenen Probleme im Kreistag. Um an Gelder aus dem Förderprogramm "Brücken in die Zukunft" zu gelangen, über das etwa 2,2 Millionen Euro in den Neubau fließen, habe man mehr oder weniger gezwungenermaßen die Planungen beschleunigt vorgenommen, um überhaupt in das Programm aufgenommen zu werden. "Bei einem normalen Ablauf wären die meisten Pannen wohl nicht passiert", sagte Scheurer.

Vor allem ein Hang unmittelbar neben den Außenmauern der Sporthalle treibt die Kosten in die Höhe. Er ist von Wasseradern durchzogen, meistens feucht, und vor allem droht er bei stärkeren Regenfällen abzurutschen. Jetzt muss er zusätzlich mit einer Stützmauer gesichert werden. Finanzdezernat Mathias Hartung: "In keinem Angebot war eine Stützmauer eingeplant." Jetzt müssen dafür 200.000 Euro ausgegeben werden.

Sascha Aurich

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Insgesamt, so machte Christoph Scheurer deutlich, sind die Baukosten seit Beginn der Planungen um zwölf Prozent gestiegen. Dabei bezog er sich auf Berechnungen des Statistischen Bundesamtes. Allein diese Steigerung schlage sich mit 346.000 Euro in den Mehrkosten nieder. Diese muss der Landkreis aus eigener Tasche zahlen. Wie Hartung sagte, ist eine Anhebung der Fördermittel im Programm "Brücken in die Zukunft" nicht möglich. Eine Chance, sich zumindest einen Teil des Geldes vom Planer zurückzuholen, hält Landrat Scheurer für aussichtslos: "Wir können da niemanden in die Verantwortung nehmen."

Die Mehrkosten und die damit zusammenhängende Belastung der Kreiskasse bewog Georg Graf von Schönberg-Glauchau (CDU) dazu, noch einmal über einen Verkauf des Gymnasiums an die Stadt Wilkau-Haßlau nachzudenken. "Das Thema ist abgeschlossen", machte der Landrat derartigen Überlegungen allerdings ein Ende. Vor drei Jahren hatte der Landkreis versucht, die Schule an die Stadt zu übertragen, auf deren Grund sie steht. Der Stadtrat von Wilkau-Haßlau hatte sich jedoch gegen einen Kauf ausgesprochen.

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