Trotz Brexit und Niedrigzins - Volksbank legt Rekordbilanz vor

Vor 110 Jahren gründeten zwölf Zwickauer Geschäftsleute die Gewerbebank. Die trotzt bis heute den vielen Unwägbarkeiten.

Zwickau.

Die Volksbank Zwickau hat im Jahr 2018 die beste Bilanz in ihrer 110-jährigen Geschichte erzielt. Das konnte Vorstandsmitglied Jens Seidel am Donnerstagabend anlässlich der Generalversammlung im Konzert- und Ballhaus "Neue Welt" vor rund 340 Gästen verkünden. Die Bilanzsumme belief sich demnach auf 182,3 Millionen Euro. "Gegenüber dem Vorjahr ist das eine Steigerung von 2,7 Prozent", sagte Seidel vor der Veranstaltung zur "Freien Presse". Zum Vergleich: Zur Währungsumstellung betrug die Summe bei der Eröffnungsbilanz 136,3 Millionen DM, was knapp 70 Millionen Euro entsprach.

Insgesamt sei es der Bank gelungen, sich den Herausforderungen des Marktumfeldes zu stellen. Allerdings sei das Geschäftsjahr auch von Unwägbarkeiten wie dem Brexit und eventuellen Handelssanktionen geprägt gewesen. "Die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank wird weiterhin Spuren hinterlassen", sagte Seidel.


Trotz Problemen am Finanzmarkt konnte die Volksbank Zwickau beim Kundenkreditgeschäft zulegen. "Wir konnten wieder an die positive Entwicklung der Vorjahre anknüpfen", sagte der Vorstand. Insgesamt stieg die Summe der ausgereichten Kredite um 3,7 Millionen auf 75,9 Millionen Euro. Die Volksbank investierte im vergangenen Jahr 178.000 Euro. "Dabei haben wir in die laufende Modernisierung unserer Immobilien sowie in die Erneuerung der technischen Ausstattung und den Ausbau des digitalen Leistungsangebotes investiert", sagte Seidel. Nach der Generalversammlung, an der auch Sachsens Finanzminister Matthias Haß (CDU) und Zwickaus Oberbürgermeisterin Pia Findeiß (SPD) teilgenommen hatten, wurde das Jubiläum der Bank gefeiert. Dazu spielte die Big Band des Robert-Schumann-Konservatoriums auf.


Viele Namensänderungen im Laufe der Jahrzehnte

Im Jahr 1909 wurde die Gewerbebank zu Zwickau von zwölf Zwickauer Geschäftsleuten gegründet. Am 15.Juli nahm sie in der Römerstraße ihre Tätigkeit auf. 1912 gab es bereits 500 Mitglieder. 1914 wurde die Filiale in Wilkau, 1926 die in Mülsen St. Jacob eröffnet. Weil die Räume in der Hauptfiliale trotz mehrfacher Erweiterung und der Übernahme des Nachbarhauses zu eng wurden, kaufte die Bank 1932 das freigewordene Bankgebäude der "Darmstädter und Nationalbank" an der damaligen Reichenbacher Straße 5. In diesem Gebäude hat sie bis heute ihren Hauptsitz.

Im Februar 1939 wurde aus der Gewerbebank die Volksbank Zwickau. 1947 wurde sie in Bank für Handwerk und Gewerbe und 1970 in Genossenschaftsbank für Handwerk und Gewerbe umbenannt. Da das Wort Bank in der DDR nicht erwünscht war, wurde daraus 1974 schließlich eine Genossenschaftskasse. Zuvor war bereits 1972 die Werdauer Genossenschaftsbank nach Zwickau eingegliedert worden. Seit 29. Mai 1990 firmiert die Bank unter dem Namen Volksbank Zwickau eG. Nur vier Wochen später wurden die ersten 200.000 "Westmark" mit einem Lada von der Bundesbank in Chemnitz abgeholt. "Die Volksbank Zwickau ist seit nunmehr 110 Jahren fest in der Stadt Zwickau und der Region verankert und damit die traditionsreichste Zwickauer Genossenschaftsbank", sagte Vorstand Tassilo Rödel. Sie hat Filialen in Zwickau, Mülsen, Wilkau-Haßlau und Werdau. (nkd)

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