Zukunftsquartier in Eckersbach geplant

Die Stadtverwaltung will wieder Leben auf die Abrissflächen in E 5 bringen. Ein hochmodernes Wohnprojekt soll dort entstehen.

Zwickau.

Die Stadt Zwickau will die Brachflächen im Stadtteil Eckersbach wiederbeleben. Ein entsprechendes Papier wurde in der jüngsten Stadtratssitzung an die Ratsmitglieder ausgereicht. Demnach hat die Stadt bereits eine Fördermittelzusage von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) über 117.000 Euro bekommen, um ein Konzept für ein Wohnquartier zu erstellen. Die Erarbeitung soll insgesamt 180.000 Euro kosten. Als Ziel schwebt dem Rathaus ein hochmodernes Wohnquartier vor, das intelligent mit Energie versorgt wird, das auf E-Mobilität ausgelegt ist und dessen Herz eine neue Forschungseinrichtung bilden könnte.

Schwung nahm das Projekt dem Papier zufolge auf, nachdem die Westsächsische Hochschule Zwickau (WHZ) im vergangenen Jahr ihr Vorhaben öffentlich gemacht hatte, ein 75-Millionen-Euro-Projekt zur elektronischen Rundumversorgung in Eckersbach zu etablieren. Zwar gibt es dafür noch keine Zusagen, doch falls die gewaltige Investition kommen sollte, würde sich das neue Wohnquartier daran bestens anschließen lassen. Noch trägt es den etwas umständlichen Namen "Energetisches Zukunftsquartier südlich Sternenstraße". Stadtplaner verweisen darauf, dass sich dort Klimaschutz, Digitalisierung, modernes Wohnen, Forschen und Lernen zusammenführen ließen. Und natürlich Fußball. Das Stadion befindet sich schließlich mittendrin.

Als ersten Schritt will man einen sogenannten Masterplan aufstellen, der sich vor allem mit der Energieversorgung, aber auch mit der Herstellung von Multifunktionsflächen befasst. Als Kernaufgabe nennt das Rathaus die anschließende Erstellung eines Handlungskatalogs für das Areal. Darin solle festgehalten werden, wie man mit passiver Kühlung, integrierten Mobilitätsplattformen, Elektro- und Wasserstofftankstellen, digitalen Infosäulen und Mitfahrautos die Frage nach der Verkehrsanbindung in die Moderne übersetzt. Das Papier zählt zudem autonomes Fahren, Breitbandanbindung und Barrierefreiheit als weitere Bestandteile auf. Die derzeit in Marienthal laufenden Forschungsprojekte Windnode und ZED sollen weitere Erkenntnisse liefern.

Einen ersten Anstoß für die Belebung erwartet man sich vom Neubau eines Studentenwohnheims für die WHZ, das noch im laufenden Jahr in unmittelbarer Nähe des bestehenden Wohnheims an der Makarenkostraße entstehen soll. Zwischen April und Dezember 2020 sollen die Bürger eingebunden und Ergebnisse präsentiert werden.

Das Eckersbacher Wohnquartier E 5, in dem einst 13.000 Menschen lebten, ist wegen hohen Leerstands fast vollständig abgerissen worden, Versorgungsanlagen wurden entsprechend verkleinert. Das Areal besteht inzwischen überwiegend aus unbebauten Wiesen.


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1Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 2
    0
    branderweg
    12.02.2020

    Gibt es wirklich keine Flächen, die mehr nach Wiederbebauung und -belebung suchen als die "Wiesen" in Eckersbach? Sind innerstädtische Brachen nicht zuerst zu berücksichtigen, wenn Bauinvestitionen ermöglichen, urbanes Leben, Nutzungsmischung und Stadtbild voranzubringen? Der öffentlich bezahlte Rückbau in den randstädtischen Gebieten sollte genau das bewirken: Investitionskraft auf die vorhandenen innerstädtische Quartiere zu konzentrieren. Wie gut wäre ein innnovatives Projekt im Umfeld des Bahnhofs, in den von Leerstand bedrohten Gründerzeitquartieren aufgehoben, auch um das Vorhaben als Innovationsprojekt für viele Menschen sichtbar zu machen.
    Innenentwicklung ist Daueraufgabe - Wiesen zu bebauen ist manchmal notwendig, aber meistens ist es die Flucht vor eigentlich notwendiger Stadtentwicklung.