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Die Boa aus der Spendenkasse

Hier steht, was wirklich wichtig ist. Heute: Wie sich üble Missetaten mit Hilfe des Tierparks künftig verhindern ließen.

erschienen am 13.01.2018

Was hält Vandalen, Drogenhändler, Sprayer, Müllsünder, Auswärtige, die zu Freiberg Freiburg sagen, und andere böse Zeitgenossen ab, ihre widerwärtigen Taten zu begehen? Eine Frage, die viele Menschen beschäftigt. Zwar läuft der Stadtordnungsdienst häufiger Streife, der Albertpark scheint befriedet. Aber anderswo fürchtet man regelmäßig das böse Erwachen. Sei es am Schlossplatz, den Urmenschen in losen Abständen immer mal wieder für Übungen in frühester Höhlenmalerei der abstrakten Form nutzen. Sei es in den Parkhäusern, wo regelmäßig die Funktionsfähigkeit der Feuerlöscher so lange getestet wird, bis sie nicht mehr gegeben ist. Sei es am Rathaus, wo im Briefkasten neben Kostenbescheiden zur Kreisumlage dann und wann auch andere explosive Sendungen - nämlich Feuerwerkskörper - landen. Sei es im Tierpark, wo vor nicht allzu langer Zeit die Spendenkasse immer mal wieder erleichtert worden ist.

Um die Täter abzuschrecken, setzt die Stadt künftig verstärkt Videotechnik ein. Der Effekt liegt auf der Hand. Denn wer kennt nicht jemanden in seinem Umfeld, der sich auf Fotos oder Filmen immer wahlweise zu dick oder zu dünn, zu alt oder zu jung, zu doof oder zu profillos findet? Aber Kameras allein reichen nicht. Das wissen auch die Strategen im Rathaus. Wie die Redaktion aus für gewöhnlich ungewöhnlich gut informierten Vierecken, äh Kreisen, erfahren hat, feilen sie längst an weiteren, wirksameren Abschreckungsstrategien. Dazu soll es, wie diese für gewöhnlich ungewöhnlich gut informierten Vierecke, äh Kreise, von den Cousinen ihrer Schwippschwäger in einer nächtlichen Seance erfahren haben wollen, so geheime Geheimtreffen gegeben haben, dass selbst die Eingeladenen nichts davon wussten. Dabei kam zur Sprache, dass sich die Stadt zur Abschreckung jener exotischen Tiere bedienen könnte, denen besonders tierfreundliche Besitzer aus Gründen der puren Tierfreundlichkeit die Freiheit schenken, damit diese exotischen Tiere wie Riesenschlangen, Krokodile, Schildkröten, Nilpferde oder Elefantenherden nicht mehr in Terrarien ihr Dasein fristen müssen, sondern ihren Lebensabend in so naturnahen Habitaten wie der Freiberger Altstadt verbringen können. Aus unbegreiflichen Gründen finden sich solche Tiere ja dank der freiwilligen Hilfe der freiwilligen Feuerwehr freiwillig im Tierpark ein. Warum also, so der bei dem Geheimtreffen ausüberlegte Geistesblitz, sollte man diese Tiere nicht zur Abschreckung mit einsetzen?

Die Umsetzung der ersten ganz konkrete Maßnahme ist bereits für die nächsten Jahrzehnte vorgesehen. Sobald Finanzausschuss, Stadtrat, Umweltministerium, der Club of Rome, Greenpeace, die EU-Kommission, die OSZE, der Papst, der Dalai Lama und Tobias Mehnert zugestimmt haben, wird die Spendenkasse des Tierparks im Terrarium jener Madagaskar-Boa platziert, die als Fundtier seit 2014 im Tierpark lebt. Die Schlange freut sich stets über Frischfleisch und kann auch schwere Jungs gut verdauen.

Doch damit sind die Gedankenspiele nicht beendet. Sobald im Tierpark der erste Löwe angeliefert wird, soll er über Nacht den Schlossplatz hüten. Der Platz ähnelt optisch mit seinen bogenförmigen Sitzreihen ja längst einem Amphitheater. Wer sich dort dann des nächtens künstlerisch austoben will, muss es zunächst mit einer Raubkatze aufnehmen. Auch für das Parkhaus haben die Rathaus-Strategen einen tierischen Hüter gefunden. Wurde doch zuletzt im Landkreis eine Rotknie-Vogelspinne gefunden. Wie man weiß, verkriechen sich die süßen Tierchen gern in dunkle, einsame, höhlenartige Ecken. Viel Spaß also, wenn Sie das nächste Mal ohne hinzuschauen versuchen, das Wechselgeld aus dem Münzfach der Parkscheinautomaten zu angeln oder gar - Gott bewahre - den Automat zu knacken.

 
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
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