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Georg Unland, Sachsens Finanzminister a.D., im Krügerhaus am Schloßplatz vor der Vitrine mit seinen Leihgaben.

Foto: ECKARDT_MILDNER

Ein Vater der Terra mineralia

Man kennt sie aus der Zeitung, aus dem öffentlichen Leben. Für "Freie Presse" zeigen Macher aus Mittelsachsen ihre private Seite. Heute: Ex-Finanzminister und Ex-TU-Rektor Georg Unland aus Freiberg.

Von Wieland Josch
erschienen am 13.01.2018

Freiberg. Es gibt eine goldene Regel in der Politik, sagt Georg Unland, der bis zum 13. Dezember 2017 Sachsens Finanzminister war: "Wer nicht mehr in der Politik tätig ist, der sollte sich auch dazu nicht mehr äußern." Daran halte er sich. Und so ist ihm auch nichts zu seiner Zeit als Kassenwart des Freistaates zu entlocken, die 2008 begonnen hatte.

Der frühere Politiker Unland schweigt, der Mensch Georg Unland jedoch, studierter und promovierter Maschinenbauer, Professor und ehemaliger Rektor der TU Bergakademie Freiberg, spricht freimütig und offen über sich. Er wahrt dabei jedoch gekonnt jene distinguierte Distanz, die ihn auszumachen scheint. Ruhig und überlegend spricht er, übereilte Äußerungen sind von ihm nicht zu erwarten. Und es gelingt ihm immer wieder, mit blitzartig formuliertem Humor dem Moment jede Strenge zu nehmen.

Wir sind im Krüger-Haus am Freiberger Schlossplatz. Gleich neben dem Schloss Freudenstein, in dem sich die bedeutende Mineralienausstellung befindet, die ihren Grundstock in der Sammlung von Erika Pohl-Ströher hat. Während im Schloss Exponate aus aller Welt präsentiert werden, sind es im Krüger-Haus Mineralien aus Deutschland.

Dass internationale Besucher diese Sammlungen bestaunen können, ist auch ein Verdienst Georg Unlands, der noch als Rektor dieses große Projekt in Angriff nahm. In beiden Ausstellungen finden sich auch zahlreiche Objekte aus seiner privaten Sammlung, die er meist selbst über oder unter Tage aus dem Fels geschlagen hat. Um diese Leidenschaft Georg Unlands zu beschreiben, muss man zurück bis in seine Kindheit gehen.

1953 wird er im westfälischen Bocholt geboren. "So weit wie die Kirchenbücher zurück reichen, lässt sich in Bocholt ein Vorfahre von mir nachweisen", so Unland. Und auch was den Beruf angeht, ist man einer langen Tradition verbunden. "Mein Vater war Maschinenbauer, meine beiden Großväter auch", erzählt er. "Zwei meiner Brüder und ich selbst studierten das ebenfalls." Nur der vierte Bruder schlug mit Betriebswirtschaft einen anderen Weg ein.

Zum Sammeln von Mineralien kam Unland schon sehr früh. Ihn faszinierten die Farben, die vielfältigen Strukturen und auch das Glitzern. "Ich war noch nicht einmal zehn Jahre alt, da schenkten mir meine Eltern zum Weihnachtsfest ein geologisches Fachbuch, herausgegeben von der TU Bergakademie", erinnert er sich. Seitdem war Freiberg für ihn zu einer Art Sehnsuchtsort geworden. "Allerdings unerreichbar zur damaligen Zeit." Das Buch steht noch heute in seinem Regal, und der Mauerfall erwies sich für Unland als Glücksumstand.

Da die Familie aus beruflichen Gründen des Vaters wegen nach Hessen umzog, machte Unland sein Abitur in Hofheim, studierte dann in Darmstadt. Er promovierte zum Thema "Entwicklung eines Ultraschallzerstäubungsgerätes mit Hilfe der Konstruktionssystematik" und erwarb sich in der Folge an verschiedenen Stationen, die ihn bis nach Atlanta im US-Bundesstaat Georgia führten, seine Meriten. Als 1993 von der Bergakademie die Berufung zum Professor und Leiter des Institutes für Aufbereitungsmaschinen an die Fakultät für Maschinenbau, Verfahrens- und Energietechnik erfolgte, ging für Georg Unland mehr in Erfüllung als nur die Vorstellung von einer erfolgreichen Karriere. Er war in Freiberg angekommen.

Und hier lebt er immer noch, will weiter hier bleiben. Seine vier Kinder sind mit sächsischen Partnern verheiratet, seine bislang sieben Enkel sind Sachsen und somit voll integriert, wie er stolz lachend erzählt. Für sie alle und vor allem für seine Frau nun deutlich mehr Zeit zu haben, darauf freut er sich. Auch kann er sich wieder mehr um seine mineralogische Sammlung kümmern.

"Weder das Amt eines Rektors noch das eines Finanzministers lässt einem sonderlich viel Freizeit", resümiert er. Von 2000 bis 2008 stand er der TU Bergakademie vor. Er habe damals lange überlegt, ob er das machen solle, gesteht Unland heute. Bereut hat er die Entscheidung nicht. Viel Aufbauarbeit sei zunächst zu leisten gewesen, seit er an der Ressourcenuniversität tätig war. Allein hat er sie natürlich nicht bewältigt. Doch bleibt sein Name nicht zuletzt mit dem Coup verbunden, die Sammlung Pohl-Ströher nach Freiberg geholt und auf diese Weise dem langsam verfallenden Schloss Freudenstein eine Sanierung und einen neuen Zweck beschert zu haben.

Darüber, was nun kommt in seinem Leben, schweigt Georg Unland wieder, freundlich, aber bestimmt. Zumindest Vorträge wird er weiter halten, den ersten im März an der TU Bergakademie. Dabei befasst er sich mit den Bergbaufolgelasten, den Möglichkeiten wie den Kosten. Wer ihn einmal hat reden hören, der weiß, dass er selbst das auf dem Papier drögeste Thema geschickt und unterhaltsam zu erläutern versteht; eine Fähigkeit, die nicht viele haben.

Mittendrin Teil 50 stellt Countrysängerin Gudrun Lange aus Augustusburg vor. www.freiepresse.de/mittendrin

 
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Ein Vater der Terra mineralia
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Kommentare
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Kommentieren (für Digital- und Printabonnenten)
  • 14.01.2018
    17:31 Uhr

    Interessierte: Ich dachte , das war über 10 Jahre der Landesvater mit dem Sack voll gespartem Geld und den guten Ideen für Umgestaltung und Aufdeckung von Missständen ...

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