Freiberger Autorin enthüllt erneut die Abgründe Rügens

Sylvia Voigt aus Freiberg lieferte im vergangenen Jahr ihr Krimi-Debüt. Nun hat die 55-Jährige ihren Inselroman fortgesetzt.

Freiberg/Sassnitz.

Im Nordosten der Insel Rügen, auf der Halbinsel Jasmund, liegt der Erholungsort Sassnitz. Neben dem Nationalpark Jasmund sowie dem städtischen Fährhafen befinden sich unweit der kleinen Stadt die berühmten Kreidefelsen. Die Wirtschaft des Ortes wird schon lange vom Tourismus bestimmt. Auch für die Freiberger Autorin Sylvia Voigt ist die Ostseeregion, explizit Rügen, zur zweiten Heimat geworden.

Kein Wunder also, dass die 55-Jährige der Region ein ganzes Buch gewidmet hat. Im November vergangenen Jahres veröffentlichte sie den Insel-Krimi "Rügener Abgründe". Protagonistin ist die Kriminaloberkommissarin Jessica Burmeister, die in einem Mordfall auf der Insel ermittelt.

Ursprünglich wählte Sylvia Voigt Freiberg als Ort der Handlung aus, eine Literaturagentur riet ihr aber davon ab. "Da Sachsen keine Touristenhochburg sei und Freiberg zu provinziell daherkomme, empfahl man mir, den Handlungsort in eine Gegend zu verlegen, die jeder kennen würde", begründet Voigt die Entscheidung der Agentur. So schrieb sie ihr Manuskript komplett um und versetzte die Handlungsstränge stattdessen nach Rügen. Als Wiedergutmachung an ihre Heimatstadt ließ sie einen der Charaktere aus Freiberg stammen, erwähnte die TU Bergakademie Freiberg sowie die Terra mineralia. Außerdem fand ihre erste Lesung im Büchereck Am Dom statt.

Mittlerweile komme ihr Krimi-Debüt nicht nur in der Bergstadt gut an. "Inzwischen sind auch die Rüganer auf den Insel-Krimi aufmerksam geworden", betont die Freibergerin. "Eine Insulanerin meinte scherzhaft, dass einige Passagen mit derart viel Liebe geschildert seien, dass man beim Umblättern der Seiten fast schon erwarte, den Sand herausrieseln zu sehen. Das fand ich toll."

Für sie sei es wichtig, mit den Leuten vor Ort zusammenzuarbeiten und ihre Unterstützung zu erfahren. So wurde Sylvia Voigt im Mai vom Leiter der Sassnitzer Stadtbibliothek zu ihrer zweiten Lesung eingeladen. "Mittlerweile habe ich auch einen guten Draht zu den regionalen Lokalredakteuren von der Ostsee-Zeitung und dem Rüganer Anzeiger", so Voigt.

Als Autorin sei sie froh und glücklich, dass das Buch so gut angenommen werde, dennoch sei der Erfolg für sie keine Selbstverständlichkeit. "Momentan hält der Trend der Regionalkrimis an. Ich bin nicht die Einzige, die sich Rügen ausgeguckt hat. Die Konkurrenz ist groß und man muss versuchen, die Leser zu überzeugen und seine Figuren irgendwie von der grauen Masse abzuheben."

Das hat Sylvia Voigt augenscheinlich geschafft. Die Mischung aus Spannung, schwarzem und trockenem Humor sowie einer Brise Sarkasmus hält sie für den Grund, dass ihr Buch so gut ankommt. Auch die zweite Auflage sei super gestartet, Fortsetzungen fest eingeplant. "Mittlerweile habe ich Teil 2 fertiggestellt und Teil 3 schon mal vorsorglich begonnen." Der zweite Teil ihres Krimis soll spätestens ab November im Handel erhältlich sein, genau ein Jahr nach Erscheinen ihres ersten Werkes. Ob es eine Veröffentlichung des dritten Teils geben wird, ist noch fraglich. "Alles hängt natürlich davon ab, ob auch der zweite Teil eine große Leserschaft erreichen kann. Nur wenn er sich gut verkauft, wird es weiter gehen."

Das Buch kann im Shop der "Freien Presse" am Obermarkt bestellt werden. Preis: 12,80 Euro, ISBN: 978-3-89841-930-7.

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