Von Schacht zu Schacht: Auf Schatzsuche in Brand-Erbisdorf

Mädchen und Jungen des Jugendfreizeitzentrums erforschen die Geschichte des regionalen Bergbaus. Jetzt sind sie im Revier Himmelsfürst fündig geworden.

Brand-Erbisdorf.

Auf Schatzsuche haben sich 14 Kinder und Jugendliche aus Brand-Erbisdorf gemacht. Im Rahmen des neuen Projektes "Von Schacht zu Schacht - auf Spurensuche in Brand-Erbisdorf" erkunden die Mädchen und Jungen mit dem Kinder- und Jugendfreizeitzentrum (Jufz) des Vereins "Kinderland Sachsen" den Bergbau der Region. Mit Thomas Maruschke ging die Gruppe jetzt im Revier Himmelsfürst Mineralien sammeln.

"Die Kinder haben selbst Steine gesammelt, die wir dann mit dem Hammer aufgeschlagen und bestimmt haben", erzählte der Leiter des Museums "Huthaus Einigkeit". "Ich bin davon begeistert, wie begeistert die Kinder auf Schatzsuche gegangen sind, sie waren alle gut dabei", freute sich Thomas Maruschke, der jedem Teilnehmer zum Abschluss einen Achat von Halsbach schenkte.

Die Mädchen und Jungen brachten von der Tour einige Schätze mit, die sie sorgfältig in Jacken- und Hosentaschen verstaut hatten. "Mir gefällt besonders gut, dass wir viel über Steine erfahren, und jeder hat einen Stein geschenkt bekommen", erzählte Gina-Maria Trommer. "Das ist meine erste Steinsammlung", betonte die Elfjährige. Nils Schevin besitzt schon Steine. "Ich sammle sie. Mir gefiel, dass es heute um Kristalle ging und um viele glitzernde Sachen", sagte der Achtjährige. Auch Isabell Wenzel ist vom Projekt begeistert: "Ich weiß schon viel über Steine. Mir gefallen die verschiedenen Formen und Farben, und die interessanten Namen." Die Zehnjährige hat Zuhause eine Steinsammlung. "In einer Kiste bewahre ich alle Steine sorgsam auf. Mir gefällt das Projekt sehr gut".

Am Museum in Brand-Erbisdorf zeigten sich die Kinder gegenseitig stolz ihre Funde. "Ich habe Erz, Katzengold und Quarz gefunden, und manche haben Kristalle in den Löchern", berichtete Isabell Wenzel. In dem Projekt haben die Kinder bereits vor Kurzem den Bartholomäusschacht besichtigt. "Da durften sie die Handhaspelmaschine bedienen und erleben, wie Förderknechte gearbeitet haben", erzählte Thomas Maruschke, der das Projekt fachlich unterstützt. Mit dem Museumsleiter entdeckten die Spurensucher zudem über 20 ehemalige Erzgruben in Brand-Erbisdorf. Demnächst wollen die Kinder unter anderem Zinngießen erleben, Arschleder selbst herstellen und eine Wanderung entlang des Bergbaulehrpfades unternehmen.

Den Höhepunkt bildet ein nachgestellter Tagesablauf im Leben der Bergleute, den die Teilnehmer in der letzten Ferienwoche umsetzen wollen - mit Übernachtung auf der Reußenhalde. "Unser Anliegen ist, dass die Kinder so authentisch wie möglich praktische Einblicke in den Bergbau erhalten und das Interesse dafür geweckt wird", sagt Heike Lorenz, Leiterin des Jufz. Mit "Von Schacht zu Schacht" hat das Jufz bereits zum zweiten Mal, nach dem erfolgreich umgesetzten Projekt "Der wandernde Stein von Brand-Erbisdorf", bei dem bundesweiten Spurensuche-Projekt den Jugendgeschichtspreis gewonnen. Das Programm wird vom Ministerium für Soziales und Verbraucherschutz und dem Landesprogramm "Weltoffenes Sachsen für Demokratie und Toleranz" gefördert und in Zusammenarbeit mit dem Museum und dem Bergbauverein durchgeführt.

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