Im Erzgebirge startet Erkundung von Wolfram und Zinn

Der aktive Erzbergbau kehrt in die Region zurück. Heute beginnen die Arbeiten zum Bau eines Erkundungsschachts in der Nähe von Pöhla. Bis zum Abbau der Metalle ist es aber noch ein weiter Weg.

Schwarzenberg.

Im Schwarzenberger Ortsteil Pöhla (Erzgebirgskreis) soll ein neues Bergwerk zum Abbau von Zinn und Wolfram entstehen. Die Saxony Minerals and Exploration AG (SME) aus Halsbrücke (Mittelsachsen) beginnt heute mit dem Freimachen eines Baufeldes für einen senkrechten Erkundungsschacht. Ab dem Frühjahr soll ein entsprechender Förderturm für die Hebeanlagen des Schachtes errichtet werden. "Das ist noch kein Bergabbau. Für einen kommerziellen Abbau liegt noch keine Genehmigung vor", sagte SME-Vorstand Andreas Reissner.

In dem Gebiet südlich von Pöhla will SME insgesamt drei Erzlager erschließen. Der Abbau der Bodenschätze soll ab 2019 erfolgen. Dabei sollen zunächst das Wolframerz und anschließend das Zinnerz gewonnen werden. In dem ehemaligen Abbaugebiet der Wismut waren zwischen 1984 und 1988 bereits mehr als 8000 Tonnen Wolframerz und rund 4100 Tonnen Zinnerz gefördert worden.

Das Unternehmen hatte im Juni 2012 die grundsätzliche Bewilligung für den Abbau von Wolfram, Zinn und Flussspat bis Ende des Jahres 2037 erhalten. Im Herbst 2014 hatte SME mit Probebohrungen begonnen, um die bereits aus Wismut-Zeiten bekannten Erzvorkommen der Zinn-Wolfram-Lagerstätte zu bestätigen. Nach Angaben des Unternehmens lagern in dem rund 408 Hektar großen Abbaugebiet rund 18.000 Tonnen Wolfram, etwa 30.000 Tonnen Zinn und etwa 250 Tonnen Indium.

Wolfram ist ein sprödes, weiß glänzendes Schwermetall mit sehr großer Dichte und einer hohen Schmelztemperatur. Die größten Vorräte befinden sich in China, Russland und Kanada. Eine bekannte Anwendung ist der Glühfaden in traditionellen Glühbirnen, Wolfram wird aber auch in der Stahlindustrie und beispielsweise zum Strahlenschutz eingesetzt. Der Preis für Wolfram und Wolframerz schwankt auf dem Weltmarkt stark. Im Dezember 2015 wurden nach Angaben von SME 19.000 Dollar für zehn Kilogramm gezahlt.

Zinn ist ein silbrig-weißes Metall, das sich aufgrund des geringen Härtegrads leicht verformen und verarbeiten lässt. Auffällig sind sein niedriger Schmelzpunkt und die relativ hohe Siedetemperatur. Die bedeutendste Fördernation für Zinn ist China, gefolgt von Peru und Bolivien. Zinn ist ein begehrter Rohstoff in der Elektronikindustrie. Allein in diesem Jahr stieg der Preis von 14.000 US-Dollar je Tonne auf derzeit über 21.000 Dollar. Die steigenden Weltmarktpreise könnten den Abbau im Erzgebirge attraktiv machen. Der Freistaat hatte sich bereits 2012 in einem Strategiepapier zum Bergbau und der Gewinnung von Bodenschätzen bekannt. Das Interesse an Rohstoffen aus Sachsen ist seitdem gestiegen.

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