Nein zur Nothochzeit

Zu den abgebrochenen Fusionsgesprächen zwischen Deutscher Bank und Commerzbank

Deutsche Bank und Commerzbank haben sich gegen eine Fusion entschieden. Gut so. Denn die Umstrukturierung allein der Deutschen Bank ist kompliziert genug, eine Erweiterung der Baustelle hätte neue Probleme provoziert. Angefangen beim Stellenabbau, der nur mit teuren Abfindungsprogrammen möglich gewesen wäre.

Trotzdem ist das Mantra von Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD), die deutsche Wirtschaft brauche starke heimische Banken, nicht falsch. Denn im Falle einer neuen Weltwirtschaftskrise bestünde die Gefahr, dass ausländische Institute sich auf ihren Heimatmarkt zurückziehen. Selbst wenn die Commerzbank von einem ausländischen Institut übernommen werden sollte, bliebe aber noch die Deutsche Bank. Und deren Gesundung schreitet, bei aller berechtigten Kritik, durchaus voran. Wenn sie die Amputation von Teilen des Investmentbankings und die Implantation der Postbank überwunden hat, könnte eine effizientere Deutsche Bank in ein paar Jahren einen neuen Anlauf zur Übernahme der Commerzbank starten. Aber derzeit gliche eine Fusion dem Versuch, einem frisch operierten Patienten das Stelzenlaufen beibringen zu wollen. Dadurch entstünde aber auch nur ein Scheinriese.

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