Solarpark soll gleich neben Autobahn entstehen

Der Investor rechnet mit der Fertigstellung der Anlage im Nordosten Siebenlehns bis Ende Oktober. Das Genehmigungsverfahren läuft noch.

Siebenlehn.

Unmittelbar neben der Autobahn 4 soll an der Nordstraße in Siebenlehn ein Solarpark entstehen. Investor Mike Himpel vom gleichnamigen Autohaus geht davon aus, dass die Photovoltaikanlage an der nordöstlichen Grenze der Ortslage Siebenlehn bis Ende Oktober fertiggestellt ist. Sie werde eine Leistung von 750 Kilowatt haben.

Über die Höhe der geplanten Investitionen machte Himpel auf Anfrage von "Freie Presse" keine Angaben. Der künftige Solarpark liegt auf einem rund 8000 Quadratmeter großen Areal zwischen der Nordstraße und der Autobahn - im Baubeschränkungsbereich der Autobahn A 4, wo keine größeren Bauwerke erlaubt sind.

In ihrer Mai-Sitzung hatten die Großschirmaer Stadträte die Satzung für den Bebauungsplan (B-Plan) mehrheitlich beschlossen. Jetzt entscheidet das mittelsächsische Landratsamt über die Genehmigung. Zum aktuellen Stand sagte Kreissprecher André Kaiser auf Anfrage, dass die Stadt Großschirma den B-Plan "Sondergebiet Solarpark Nordstraße" Anfang Juni 2020 beim Landratsamt eingereicht hat. Über die Genehmigung entscheide das Referat Wirtschaftsförderung und Kreisentwicklung. "Wann mit dem Bescheid zu rechnen ist, kann derzeit nicht abgeschätzt werden", so Kaiser.

Eine Hürde hat das Projekt schon genommen: Das Areal der künftigen Sonnenanlage lag im Landschaftsschutzgebiet (LSG) "Grabentour". Deshalb musste zunächst eine Ausgliederung aus dem LSG erreicht werden. "Die Zusammenarbeit mit der Naturschutzbehörde war sehr gut", schätzte Hans-Joachim Bothe vom gleichnamigen Dresdner Planungsbüro in der Mai-Ratssitzung ein. Inzwischen habe die Fläche keinen Schutzstatus mehr. Eine entsprechende Verordnung des Landratsamtes steht auch auf der Internetseite des Landkreises Mittelsachsen.

Im Umweltbericht für das Vorhaben ist auf der jetzigen Ackerfläche das Anpflanzen von Bäumen und Sträuchern festgelegt; an der Nordgrenze des Solarparks soll eine Feldhecke wachsen. Sowohl die nicht überbauten Grundstücksflächen, als auch die Flächen unter den Solarmodulen werden als Wiese angelegt. "So entsteht auch Lebensraum für Tiere, beispielsweise für Vögel", so Planer Bothe am gestrigen Dienstag. Abgesehen von den Ständern der Solarmodule erfolge keine Versiegelung der Fläche. Die Photovoltaik-Nutzung ist laut Bothe für die nächsten 20 Jahre vorgesehen. Danach könnten die Anlagen demontiert oder weitergenutzt werden.

Zehn Stadträte stimmten für die Solarpark-Satzung, sieben enthielten sich der Stimme, AfD-Fraktionschef Rolf Weigand votierte dagegen.

Auch an der Bundesstraße 101nahe Großschirma soll ein Solarpark entstehen. Er ist sechsmal so groß wie die in Siebenlehn geplante Anlage.

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