40-Meter-Turm soll Wahrzeichen werden

Der Grundstein für die neue Unibibliothek mit Hörsaalzentrum der TU Bergakademie ist jetzt gelegt worden. Ab dem Frühjahr 2022 soll das 40-Millionen-Euro-Projekt genutzt werden.

Freiberg.

Ihr erstes Druckerzeugnis hat die neue Universitätsbibliothek in Freiberg bereits im Bestand, ehe die erste Wand steht: Bei der Grundsteinlegung für den 40-Millionen-Euro-Komplex mit Hörsaalzentrum ist am Dienstag eine aktuelle Ausgabe der "Freien Presse" im Fundament verewigt worden. Sie wurde gemeinsam mit einer Urkunde, einer kurzen Historie der Unibibliothek, Bauplänen und einem Münzsatz der gültigen Währung in einer Schatulle einbetoniert.

Während der Zugriff auf diese Dokumente künftig schwierig ist, sollen die übrigen Wissensquellen leicht zugänglich sein - auch via Internet. Wie Sachsens Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD) während des Festakts unterstrich, seien Bibliotheken "auch in Zeiten, in denen jeder ein Smartphone oder ein Tablet hat und an jedem Ort lernen kann", wichtig. Sie würden zunehmend Orte für digitale Medien. Wegen des Urheberrechts könnten nur Bibliotheken bestimmte Medien kostenfrei zur Verfügung stellen. Darüber hinaus böten Bibliotheken Räume für die intensive Kommunikation und den Austausch, so die Staatsministerin. "In der digitalen Welt ändern sich Lehren und Lernen. Wissensvermittlung geschieht oft digital, aber Lernen am besten im Austausch mit anderen."


Sachsens Finanzminister Matthias Haß bezeichnete den Neubau, der in knapp drei Jahren übergeben werden und das rund 40 Jahre alte Bibliotheksgebäude ablösen soll, als "geistige und körperliche Mitte" des neuen Universitätscampus. Sowohl an der Entstehung als auch an der Gestaltung des Projekts habe sein Amtsvorgänger und Alt-Rektor der TU Bergakademie, Professor Georg Unland, großen Anteil. "Eine Besonderheit ist der 40 Meter hohe Turm, der vielleicht einmal ein Wahrzeichen sein wird."

Sowohl Stange als auch ihr Kollege aus dem Finanzressort betonten, dass der Neubau mit Geldern erfolge, die dadurch frei geworden seien, dass der Bund 2015 komplett die Bafög-Zahlung übernommen habe. Der Freistaat habe dadurch 53 Millionen Euro gewonnen, so die Wissenschaftsministerin. Die eingesparten Mittel würden in Sachsen ausschließlich für die Hochschulen und die Universitätsmedizin eingesetzt. Insgesamt investieren der Freistaat, der Bund und die EU in den kommenden Jahren rund 175 Millionen Euro in Bauprojekte der TU Bergakademie, sagte Haß. "Das unterstreicht ihre Bedeutung als einzige Ressourcenuniversität in Deutschland."

Ein Beispiel dafür ist das Zentrum für effiziente Hochtemperatur-Stoffwandlung (ZeHS) unmittelbar neben der Baugrube, das mit Baukosten von 31,3 Millionen Euro veranschlagt ist und bei dem Ende März dieses Jahres Richtfest gefeiert worden war. Beide Komplexe gehören zum Wissenschaftskorridor, der die Altstadt-Gebäude der Bergakademie mit dem Campus verbindet.

Der Neubau der Universitätsbibliothek mit Hörsaalzentrum hatte am 13. Februar dieses Jahres mit der Errichtung der Baugrube begonnen. Unter der Leitung des Staatsbetriebes Sächsisches Immobilien- und Baumanagement entsteht bis Ende 2021 auf dem ehemaligen Messeplatz ein Turm, der hauptsächlich die Verwaltung und die Magazine der Bibliothek beherbergt.

Dem angeschlossen ist ein Flachbau, der im Erdgeschoss die Hörsäle und in den Obergeschossen die Freihandbibliothek sowie Arbeitsplätze für Studenten aufnimmt. Auf der Nutzfläche von rund 7400 Quadratmetern sind neben zwei Hörsälen mit insgesamt etwa 700 Plätzen auch zwei Seminarräume untergebracht. Ab dem Frühjahr 2022 sollen die Studierenden den Neubau nutzen können. Die neue Universitätsbibliothek bietet Platz für rund 850.000 Bücher, Zeitschriften und andere Medien, etwa ein Drittel davon soll frei zugänglich sein.


Neue Außenstelle entsteht

Das Fraunhofer-Institut will mit einer Außenstelle die Forschung an innovativen Technologien für die Kohlenstoff-Kreislaufwirtschaft der Zukunft an der TU Bergakademie Freiberg auf eine neue Ebene heben. Die am Institut für Energieverfahrenstechnik und Chemieingenieurwesen (IEC) der TU Bergakademie Freiberg vorgesehene Forschergruppe bündelt die Kompetenzen der Technischen Universität in Freiberg und des Fraunhofer-Instituts für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS in Halle. Sachsens Wissenschaftsministerin Eva-Maria-Stange (SPD) hat am Dienstag die Zusage für die Anschubfinanzierung überreicht. (jan)

Mehr zu dem Thema lesen Sie in dieser Ausgabe auf der Seite Sachsen.

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