Auch das beste Buch ist mal zu Ende

250 Bücher in zehn Jahren: Mit ihren Literaturabenden hat Renate Flade die Kulturszene in Großhartmannsdorf bereichert und geprägt. Jetzt zieht sie sich zurück.

Großhartmannsdorf.

Beruflich muss sie knallhart kalkulieren können: Aber wenn Renate Flade, Kämmerin von Großhartmannsdorf, von Büchern und Gedichten spricht, hört man die Begeisterung, Liebe und Hingabe für ihr großes Hobby, die Literatur, heraus.

Dafür hat sie vor zehn Jahren, im November 2008 im Mayoratsgut Großhartmannsdorf den ersten Literaturabend mitgestaltet. Gemeinsam mit anderen Literaturinteressierten hat sie Neuerscheinungen gelesen und diskutiert, Leseerfahrungen ausgetauscht, über Werke und Autoren gesprochen sowie die Werke literaturgeschichtlich eingeordnet. Als Anregung für den Austausch haben die Teilnehmer Bücher kurz vorgestellt und dann besprochen. Die Themen reichten von Regionalgeschichte bis zu fernen Ländern, von Natur bis Politik; auch die Medien und Genre wechselten. Renate Flade hat aber beispielsweise auch die Leipziger Buchmesse samt Zahlen, Fazit und Preisen zur Debatte gestellt. Mal kamen zehn Gäste, mal 25, sagt sie. Rund 30 solcher Abende liegen hinter ihr. "Insgesamt haben wir gut 250 Bücher besprochen." Am Dienstag führt sie die Gäste ein letztes Mal durch den Abend: "Ich war und bin mit dem Herzen dabei. Es hat mir viel Spaß gemacht, aber jetzt reicht es. Es ist Zeit, eine neue Seite aufzuschlagen", sagt die Großhartmannsdorferin.

Bürgermeister Werner Schubert (CDU) schätzt ihr ehrenamtliches Engagement: "Wir bedanken uns herzlich für die schönen Veranstaltungen, die Frau Flade über die Jahre organisiert hat und die gut angenommen worden sind." Leider habe man noch niemanden gefunden, der die Leseabende fortführt. "Wir bemühen uns, einen Nachfolger zu finden", so Schubert.

Der Lesezirkel war 2008 im Zuge eines Konzeptes für die touristische Entwicklung von Großhartmannsdorf entstanden. Neben Vermittlung von Geschichte und Tradition soll die Region durch das Erleben von zeitgemäßer Kunst, Kultur und Literatur für Besucher attraktiv gemacht werden. Touristen seien zwar zu den Lesungen keine gekommen, erzählt Renate Flade, aber Menschen aus dem Ort sowie aus Nachbargemeinden. Zweimal hat sie auch regionale Autoren eingeladen, zum Beispiel aus Sayda und Weißenborn, die ihre Werke vorgestellt haben.

Gern hätte sich Renate Flade auch beruflich mit Literatur beschäftigt, als Lehrerin für Deutsch und Geschichte. Ihre Gesundheit hat es nicht zugelassen. "Aber Zahlen und Fakten sind mir auch sehr recht", sagt sie mit einem Schmunzeln.

Termin Am Dienstag, 13. November, 19Uhr, findet der nächste Literaturabend im Spiegelzimmer des Mayoratsguts statt. Eintritt frei.

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