Der Bergbaugeschichte ein Stück näher: Projekt wird geehrt

Der Freiberger Fremdenverkehrsverein lädt seit mehr als zehn Jahren zu besonderen Wandertagen ein - mit Erfolg.

Freiberg.

Es sind Ortsbilder, Wirtschaftsstrukturen, Schachtanlagen und -gebäude, Halden, Kunstgräben und Traditionen - mit allem hat der mehr als 800 Jahre währende Bergbau die Region geprägt. Wie aber lassen sich die Besonderheiten und teilweise einmaligen Zeitzeugen nicht nur bewahren, sondern auch Interessenten nahebringen und vermarkten? Auf diese Frage hat der Freiberger Fremdenverkehrsverein eine Antwort gefunden: "Bei Wanderungen und mit ähnlichen touristischen Angeboten lassen sich die hiesigen Bergbaulandschaften am besten erschließen", bringt es Jens Grigoleit, der stellvertretende Vereinsvorsitzende, auf den Punkt.

Die Idee dafür liegt nun schon reichlich zehn Jahre zurück. Und inzwischen sind die alle zwei Jahre stattfindenden Bergbauhistorischen Wandertage des 1990 wiedergegründeten Vereins eine feste Größe im Freiberger Veranstaltungskalender.


Jeweils zweimal im Jahr organisieren Vereinsmitglieder unterschiedliche Touren zu bergbaulichen Anlagen - und das stets unter bestimmten, auch aktuellen, Themen. An ihre Seite holen sich die Initiatoren dabei Bergbauexperten, die die Touren leiten und selbst zu sonst verschlossenen Anlagen und Gebäuden führen sowie die Touren mit Fakten, Anekdoten und Geschichten gestalten. Doch nicht nur der Besuch bergbaulicher Zeitzeugen in Freiberg und in der näheren Umgebung stehen im Wanderkalender. Bis nach Langenau, Himmelsfürst, Weißenborn, Großschirma und Frauenstein führen die Touren.

Mehr noch: Neben den Wandertagen liegt den Vereinsmitgliedern die Pflege von bergbauhistorischen Wegen am Herzen. Zudem haben sie in der Vergangenheit, zwischen 2006 und 2008, in Zusammenarbeit mit den Euro-Schulen, selbst Wanderleiter ausgebildet.

Im vergangenen Jahr gab es die inzwischen sechsten Wandertage, diesmal unter dem Motto "850 Jahre Silberbergbau in und um Freiberg". Auf den Spuren des Silbers ging es mit Interessierten durch die Freiberger Altstadt, auch das Zuger Revier und die Bergstadt Brand-Erbisdorf gehörten zum Besuchsprogramm. "Wir halten alle Angebote für wichtig, besonders mit Blick auf das anvisierte Weltkulturerbe", blickt Jens Grigoleit auf das Alleinstellungsmerkmal des Angebots.

Ideen für eine Stadtführung zum Thema Silber sowie kombinierte Führungen in der Freiberger Altstadt und im Revier Himmelfahrt-Fundgrube hat der Verein ebenso entwickelt. Da aber dieses als Bereicherung des touristischen Angebots gedachte Konzept von der Stadt nicht aufgegriffen werde, will der Verein es in Eigenregie umsetzen.

Die Bergbauhistorischen Wandertage, ein Erfolgsprojekt des etwa 100 Mitglieder zählenden Fremdenverkehrsvereins, werden nun mit einem Preis gewürdigt. Die Ehrenamtler erhalten demnächst den Förderpreis 2019 der Saxonia-Freiberg-Stiftung und ein Preisgeld von 1000 Euro. "Die Initiatoren machen das Bergbauerbe für die Öffentlichkeit erlebbar, das wollen wir damit würdigen", begründet Alexander Eisenblätter, Vorstandsvorsitzender der Stiftung, den Preis, der am 7. Juli übergeben wird.

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