Der Markt, der Lauf und die Erinnerung

54 Jahre nach dem Abizeugnis trifft sich eine Klasse noch immer regelmäßig. Aber nicht nur deshalb war der Christmarkt voll.

Über Langeweile beklagt man sich in der Vorweihnachtszeit eher selten. Da geht es den Menschen wie den Leuten. Es gibt aber auch Menschen, die nehmen sich für die Vorweihnachtszeit besonders viel vor. Und dann gibt es da noch jene ganz besonderen Menschen, die schaffen das auch. Und zwar seit nunmehr schon 54 Jahren. Ohne Unterbrechungen.

Dazu gehört Dietmar Draber. Dietmar Draber machte sein Abitur vor nunmehr schon 54 Jahren. 1963 war das, am Schollgymnasium. Das Abi-Zeugnis kaum in der Tasche, schmiedeten Dietmar Draber und seine Klassenkameraden von der Klasse 12B1 an einem großen Plan: Den Kontakt nicht verlieren. Sich jährlich wiedertreffen. Und zwar an Weihnachten. Am ersten Feiertag, um genau zu sein.


Noch im selben Jahr war es soweit. Am 1. Januar 1963 traf sich die Klasse wieder. Und seitdem alljährlich. Sich wiederzusehen, sich auszutauschen, Lustiges, aber auch Trauriges aus dem eigenen Leben zu erzählen, wie Dietmar Draber erzählt. Nur mit dem Termin, dem 1. Feiertag, gab es eine Änderung. Das Treffen wurde auf den Samstag von dem ersten Advent vorgelegt. Aber ausgefallen ist es nie. Und so hat sich die Klasse auch in diesem Jahr pünktlich um 11 Uhr im Freiberger Ratskeller eingefunden. Und wer mochte und konnte, spazierte danach noch über den Freiberger Christmarkt. Ein Wiedersehen mit alten Freunden kann manchmal eben das schönste aller möglichen Weihnachtsgeschenke sein.

Apropos Christmarkt. Gefühlt war ja am Wochenende ganz Freiberg dort zwischen den Buden, so voll ging es zu. Das Gefühl könnte damit zu tun haben, dass es auch Gäste aus dem fernen Westen nach Freiberg schafften. Eine Laufgruppe aus Gentilly, Freibergs Partnerstadt vor den Toren von Paris, nahm erstmals am Adventslauf teil - betreut von der aus Freiberg stammenden Ultraläuferin Claudia Hanisch. Die reiste dafür auch aus dem tiefen Westen an. Aber aus dem von Deutschland. Groß umlernen muss sie die Schreibweise ihres Wohnorts wenigstens nicht. Statt in Freiberg wohnt sie nun in Freiburg.

Weder in Freiberg, aber auch nicht im fernen Freiburg, ist Anne Enderlein zuhause. Sondern in Dresden. Anne Enderlein hat in der TV-Show "Shopping Queen" aus Dresden ihr Talent als Einkäuferin unter Beweis gestellt. Ausstaffiert mit der Sieger-Scherpe, schenkte sie am "Kupferkessel" auf dem Freiberger Christmarkt nun Glühwein aus. Und trat damit in die Fußstapfen des Schauspielers Karsten Kühn ("Aus aller Freundschaft"), der nach dem Vorjahr auch in diesem Jahr die Christmarkt-Besucher am Kupferkessel überraschte. Stand-Betreiber Axel Kunze will mindestens noch einen Promi nach Freiberg lotsen.

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