Der Schulleiter sagt adieu

46 Jahre lang war Dieter Heydenreich Lehrer. Bevor sich der Leiter der Ohainschule in den Ruhestand verabschiedete, brachte er ein großes Projekt zu Ende.

Freiberg.

Rund um die Oberschule "Gottfried Pabst von Ohain" im Freiberger Stadtteil Friedeburg rumpelt es lautstark. Die Außenanlagen der sanierten und erweiterten Bildungseinrichtung werden fertiggestellt. Der Schulhof ist teilweise aufgerissen und an anderer Stelle entstehen Abstellplätze für die Fahrräder der Schüler. Dieter Heydenreich steht daneben und beschaut sich schmunzelnd die Baustelle. "Das ist doch einfach wunderbar", sagt er.

Bis zum vergangenen Freitag war Heydenreich Leiter an der Ohainschule. Acht Jahre lang stand er dem Lehrerkollegium vor, zog seine Tätigkeit auch ein paar Jahre über das allgemeine Ruhestandsalter hinaus. Mit 68 ist jetzt Schluss, und zwar zum denkbar besten Zeitpunkt, denn eine erweiterte und komplett modernisierte Schule übergeben zu können, gelingt nicht jedem. "Es war notwendig, dass sich für die Schüler etwas ändert", so Heydenreich. Dass dabei eine so umfassende Erneuerung herauskommt, hatte er selbst nicht gedacht. "Ich wäre schon mit einem schicken Speiseraum zufrieden gewesen", gibt er zu.

Seine berufliche Entwicklung sieht Heydenreich selbst als einen ziemlich geraden Weg an. Mit 22 stand er das erste Mal vor einer Klasse, damals im Polytechnischen Zentrum des VEB Narva Brand-Erbisdorf, welches der damaligen Wilhelm-Pieck-Schule angeschlossen war. "Die Schüler waren unwesentlich jünger als ich", erinnert er sich. Er unterrichtete die technischen Gebiete, später auch Informatik, Mathematik und Physik. Bis zur Wende blieb der geborene Berthelsdorfer, der seinen Lebensmittelpunkt nie verlegte, in Brand-Erbisdorf. 1992 ging er als stellvertretender Schulleiter an die Mittelschule in Lichtenberg, wo er 13 Jahre lang Dienst tat, das letzte sogar als Leiter. In dieser Eigenschaft musste er die Abwicklung der Schule, die heute lediglich Grundschule ist, begleiten, was er nach einer kurzen Station in Hainichen auch in Großschirma erleben durfte. Vier Jahre als Stellvertreter in Halsbrücke schlossen sich an.

2012 dann die letzte Station als Leiter der Ohainschule. Schöne Jahre nennt er die Zeit. Ein tolles Lehrerkollegium habe ihn unterstützt und die Schüler hätten Grund zur Freude gegeben. Erster Höhepunkt für ihn war die Verleihung des Titels "Unesco-Projektschule" 2013. Auch die Kooperation mit der Böhme-Grundschule ist Heydenreich wichtig. "Es ist sonst schwer, Schulen mit gleichen Inhalten zum gemeinsamen Handeln zu motivieren", meint er.

Nun widmet er sich dem heimatlichen Hof mit Kleintier- und Taubenzucht, treibt Sport und freut sich darauf, mit der Familie etwas unternehmen zu können. "Es wird eine Umstellung, aber Wehmut gibt es nicht", so Heydenreich.

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