Die Rolle Freibergs im Zweiten Weltkrieg

Vereine laden am 27. Januar zu Lesung und Diskussion ein

Freiberg.

Unter dem Titel "Der 80.Jahrestag des Überfalls auf Polen - das Deutsche Reich beginnt den Zweiten Weltkrieg" widmete sich Yves Hoffmann einem brisanten Thema. Der Beitrag ist im aktuellen Heft der "Mitteilungen des Freiberger Altertumsvereins" (Heft 114) erschienen und ist aus Anlass des Gedenktages zum 27. Januar Grundlage für eine Lesung in der Bergstadt.

"Yves Hoffmann stellt in dem Artikel eine bisher in der Freiberger Zeitgeschichtsforschung kaum beachtete, umso mehr längst überfällige Frage", sagt Michael Düsing. "Es ist die nach der Einbindung der Stadt und ihrer Akteure in einem vom ersten Tag an verbrecherischen Krieg." Hoffmann schreibt, dass in "diesem Vernichtungskrieg" auch NS-Kommunalbeamte wie der damalige Freiberger Oberbürgermeister Werner Hartenstein sowie Verwaltungsfachleute aus der Bergstadt aktiv einbezogen gewesen seien. "Er benennt bisher kaum bekannte und beachtete Kriegsverbrecher aus Freiberg und Umgebung", so Regionalforscher Düsing. Zudem werden Freiberger gewürdigt, die sich dem Rassismus und Antisemitismus entgegenstellten, wie die Kommunalpolitiker Friedmar Brendel und Karl Günzel und Ingenieur Hugo Knoblauch. "Sie verdienen endlich eine öffentliche Würdigung, da deren individuelle Haltung auch in finsteren Zeiten die Möglichkeit bezeugt, einfachen menschlichen Anstand zu bewahren", erklärt Düsing. (esaw)

Die Veranstaltung "Nachdenken über Geschichtsrevisionismus, falsche Würdigungen und geschichtliche Wahrheiten" findet am Montag, 19 Uhr in der Rösterei Momo, Korngasse, statt. Veranstalter sind der Zeitzeugnisverein und das Junge Netzwerk Freiberg.

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