Drei Kandidaten erwarten Kopf-an-Kopf-Rennen

Wahlen 2019: Im Wahlkampf trat am Donnerstag AfD-Parteichef Jörg Meuthen in Freiberg auf. Nebenan warben CDU und Linke um Stimmen.

Freiberg.

Eines steht fest: Sowohl Steve Johannes Ittershagen, CDU-Direktkandidat aus Zug, als auch Rolf Weigand, AfD-Direktkandidat aus Kleinvoigtsberg, fiebern der Landtagswahl am Sonntag mit großer Spannung entgegen. Und: Beide Politiker erwarten ein Kopf-an-Kopf-Rennen. "Ittershagen oder ich, einer von uns beiden wird es gewinnen", sagte Weigand am Donnerstag am Rande des Termins mit AfD-Parteichef Jörg Meuthen auf dem Freiberger Obermarkt.

Auch Ittershagen, der nebenan um Stimmen warb, sagte: "Es wird knapp zwischen Weigand und mir. Alle anderen werden wohl eher keine Rolle spielen." Die Linke Jana Pinka hingegen, die sich auch auf dem Markt präsentierte, hofft auf ein gutes Abschneiden am Sonntag: "Ich gehe von einem Drei-Kopf-Rennen aus und setze auch auf die Erststimmen der Grünen- und SPD-Wähler."

Gegen 10 Uhr traf auf dem Obermarkt AfD-Parteichef Jörg Meuthen ein, den Rolf Weigand als Zugpferd im Wahlkampf eingeladen hatte. 60 vornehmlich ältere Zuhörer applaudierten beim Eintreffen. Meuthen hielt keine Rede, sondern stellte sich den Fragen der Besucher. So wollte eine Mutter wissen, was die Partei für Studierende und Azubis tut. "Gehen Sie davon aus, dass ich das Thema im Fokus habe. Ich bin selbst fünffacher Vater", so Meuthen. Übrigens gehe seine zwölfjährige Tochter nicht zur Klimaschutz-Bewegung Fridays for Future. Mehrere Besucher fragten, wie er den Ausschluss von Doris von Sayn-Wittgenstein aus der AfD und deren Fraktion im Landtag von Schleswig-Holstein sehe. Darauf wollte er öffentlich nicht antworten, nur soviel: Es sei ein Zeichen für die bürgerliche Mitte, "dass wir nach Rechtsaußen dicht machen".

Aufmerksamkeit erregte ein junger Mann, der den Parteichef nach seinem Standpunkt zum Klimawandel fragte. Daraus entspann sich ein Wortwechsel, in dem es unter anderem um die Nutzung von Kernenergie ging. Diese hinterfragte der Besucher, eigenen Angaben zufolge Mathematiker, kritisch. Meuthen hingegen verteidigte den Betrieb von Kernkraftwerken: "Fukushima ist überhaupt nicht verstrahlt. Verstrahlt sind nur diejenigen, die solche Märchen erzählen."

Derweil wurden andere Zuhörer unruhig. "Normale Leute wollen auch noch Fragen stellen", rief ein Zuhörer. Einige beschimpften den jungen Mann. Als er sich zurückziehen wollte, wurde er von hinten am Rucksack gezogen und fiel zu Boden. Darauf baten Rolf Weigand und Jörg Meuthen um Sachlichkeit. Der Besucher, der den jungen Mann gezogen hatte, entschuldigte sich später bei ihm. (hh/cor)

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