Düstere Zeiten für die Bergstadthalle

Eine neue Notbeleuchtung für die Mehrzweckeinrichtung in Brand-Erbisdorf hat zwischen Stadtrat und Verwaltung einen Streit ausgelöst. Obwohl schnelles Handeln nötig ist, gibt es bisher keine Einigung.

Brand-Erbisdorf.

Eigentlich muss die Bergstadthalle in Brand-Erbisdorf mit Einbruch der Dunkelheit schließen. Kein Vereinssport, keine Veranstaltung - nichts dürfte stattfinden. Der Grund: Die Sicherheitsbeleuchtung der Mehrzweckhalle ist defekt - und das nicht erst seit einigen Tagen. Technische Probleme mit der Anlage - sie springt normalerweise an, wenn die reguläre Beleuchtung ausfällt - gibt es laut Oberbürgermeister Martin Antonow (parteilos) schon seit 2014. Festgestellt worden sei dies bei den alle drei Jahre stattfindenden regulären Überprüfungen.

"Uns war klar, dass es Handlungsbedarf gibt", sagte der OB. Man habe versucht, immer wieder zu reparieren, um die von 1994 stammende Beleuchtung noch so lange wie möglich zu nutzen. Dies habe eine ortsansässige Fachfirma immer wieder übernommen. Im Juni sei klar geworden, dass sich Reparaturen nicht mehr lohnen. "Wir haben die Anlage inzwischen wöchentlich kontrolliert und auch eine Elektrofirma aus Brand-Erbisdorf ins Boot geholt, aber es ist nichts mehr zu machen, Totalausfall", erklärte der Bauchef der Stadt, Dierk Schülke.

Inzwischen hätten sich zudem Standards und Anforderungen an derartige Anlagen geändert. Deshalb muss laut Stadt eine neue Sicherheitsbeleuchtung her. Um deren Anschaffung allerdings ist in der jüngsten Stadtratssitzung eine heftige Diskussionen entbrannt. Schließlich wurde der Beschluss auf Antrag von Stadtrat Frank Gleißner (CDU) sogar von der Tagesordnung genommen und in den Technischen Ausschuss verwiesen. Dieser soll sich voraussichtlich am 10. Dezember damit befassen.

Ursache für den Disput zwischen Stadtrat und Verwaltung waren hauptsächlich die Kosten in Höhe von reichlich 42.100 Euro, die für die neue Beleuchtungsanlage ausgegeben werden sollen. Mit dem Einbau sollte eine Freiberger Firma beauftragt und das Geld aus sogenannten liquiden Mitteln der Stadt aufgebracht werden. Unter anderem die Stadträte Reiner Thomas und Frank Gleißner (CDU) kritisierten aber, dass von der Firma, die die Anlage immer wieder repariert hat, ein Angebot über etwa 14.000 Euro vorliege, das nicht berücksichtigt werde. Stadträtin Ines Kaden (CDU) fragte zudem nach den Kosten für ein von der Verwaltung beauftragtes Planungsbüro aus Bieberstein, das die Anlage konzipiert hat. Sowohl der OB als auch Dierk Schülke erläuterten, welche Anforderungen an die neue Technik gestellt werden. Sie müsse von einem Fachplaner bewertet werden. "Mit dem Auswechseln der Anlage allein ist es nicht getan", erklärte Schülke. Zum Projekt gehöre unter anderem, dass der Schaltraum für die neue Technik mit einer Brandschutztür versehen wird. Die Planungsleistungen betragen demnach 12.000 Euro.

Die Debatte spitzte sich zu, nachdem Frank Gleißner die Frage in den Raum stellte, ob dem ortsansässigen Handwerker das Projekt nicht zugetraut werde. Dies wies der Bauchef zurück. "Ich habe die Verantwortung und brauche ein Planungsbüro, denn es geht hier um Sicherheitsfragen." Aufgrund der Debatte ließ der OB zu Protokoll nehmen, dass der Auftrag erst ausgelöst werde, wenn die Fakten nochmals besprochen worden sind.

Stadtrat Steffen Andreas (CDU) regte an, alles erneut prüfen zu lassen, da die Kosten für das Planungsbüro bereits der Angebotssumme des ortsansässigen Handwerkers für eine neue Anlage entsprächen. Das jedoch wollte Bauchef Schülke nicht akzeptieren: "Theoretisch muss ich die Halle wegen der Sicherheit bei Einbruch der Dunkelheit schließen lassen." "Da der Fakt schon seit Juni bekannt ist, lasse ich diesen Einwand nicht gelten", konterte Stadtrat Gleißner.

Laut OB gibt es für derzeitige Veranstaltungen in der Bergstadthalle außerhalb des Vereinssports ein Sicherheitskonzept, ebenfalls von Fachplanern erstellt. So müssten beispielsweise Feuerwehr und Ordner anwesend sein. "Ein Tanzstundenball aber ist nicht zulässig", so Antonow. Die Stadt hofft, dass die neue Beleuchtungsanlage im Februar 2020 installiert wird.

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