"Ein Beispiel auch für andere"

Eine Tochterfirma des Landkreises und der Stadt Freiberg unterstützt zwei Vereine in ihrem sozialen Engagement.

Freiberg/Oederan.

Das Frauenschutzhaus Freiberg und der ambulante Hospizdienst Oederan haben am Donnerstag jeweils eine Spende in Höhe von 1000 Euro von der Saxonia Standortentwicklungs- und -verwaltungsgesellschaft erhalten. Er habe große Achtung vor der engagierten Arbeit, die von beiden Einrichtungen geleistet werde, sagte Landrat Matthias Damm (CDU) - der Landkreis ist zu 50 Prozent an der Firma beteiligt.

Die übrige Hälfte der Saxonia-Anteile hält die Stadt Freiberg. Deren Oberbürgermeister Sven Krüger (parteilos) sagte, dass sich der Wert einer Gesellschaft darin zeige, wie sie mit ihren Alten, Kranken und Schwachen umgehe. Der wirtschaftliche Erfolg der Saxonia habe die Finanzhilfen möglich gemacht, so Krüger weiter, "und vielleicht setzt sie ein Beispiel auch für andere."

Das Frauenschutzhaus Freiberg wird vom Esther-von-Kirchbach-Verein betrieben. Wie Kerstin Schoß informiert, haben hier im vergangenen Jahr 27 Frauen mit 31 Kindern im Alter von 6 Monaten bis 13 Jahren eine vorübergehende Unterkunft gefunden. 17 Frauen mit 15 Kindern seien aus Mittelsachsen gekommen, die übrigen aus angrenzenden Landkreisen und Städten.

Insgesamt seien Frauen aus zwölf Nationalitäten betreut worden, so die Diplom-Sozialpädagogin weiter. 17 Frauen hätten ihre bisherige gewalttätige Beziehung gelöst und eine eigene Wohnung bezogen, vier Frauen seien in ihre Beziehung zurückgekehrt. "Für sechs Frauen war der Aufenthalt eine Zwischenstation", berichtet Schoß. Die Aufenthaltsdauer habe zwischen einem Tag und vier Monaten gelegen; im Schnitt blieben die Frauen 36 Tage in der Schutzeinrichtung.

Der Esther-von-Kirchbach-Verein habe 39 Mitglieder; dank der ehrenamtlichen Helfer sei das Frauenschutzhaus rund um die Uhr telefonisch erreichbar. Das Haus mit 14Plätzen und zwei Mitarbeiterinnen sei 2019 zu 63 Prozent aus öffentlichen Geldern finanziert worden. Der Rest werde über Nutzungsentgelte und Spenden finanziert: "Der Scheck von der Saxonia ist da eine große Hilfe für uns."

Das trifft auch auf den ambulanten Hospizdienst zu, der in und um Oederan schwerstkranke Menschen in ihrer letzten Lebensphase und deren Angehörige begleitet. Voriges Jahr seien 46 Sterbende in ihrer Wohnung, in Krankenhäusern sowie in Pflege- und Seniorenheimen betreut worden, sagt Anja Pfeiffer. Gemeinsam mit einer Kollegin koordiniere sie den Einsatz der bislang 35 ausgebildeten ehrenamtlichen Helfer. Ein weiterer Kurs sei in Vorbereitung: "Am 4. Februar laden wir alle Interessierten ab 17 Uhr zu einem Infoabend ein." Aktuell nähmen 36 Familien die für sie kostenlose Unterstützung in Anspruch. Der Dienst gehört zum Verein "Begleitende Hände", der in Oederan auch das stationäre Hospiz "Ellen Gorlow" mit zehn Plätzen betreibt.

frauenschutzhaus-freiberg.de

hospiz-oederan.de

0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...