Endlich: Neuer Boden für Kita

Die Bagger standen mehrere Wochen still. Nun ist unbelastetes Erdreich für den Außenbereich der Einrichtung an der Kurt-Handwerk-Straße in Freiberg gefunden.

Freiberg.

Erdreich, das den für Kindertagesstätten strengeren Anforderungen genügt, lässt sich nicht einfach im Supermarkt kaufen. Eine Erfahrung, die nun die Stadt Freiberg gemacht hat. Der Untergrund des Außengeländes der neuen Kita an der Kurt-Handwerk-Straße in Freiberg musste erneuert werden. Im August war festgestellt worden, dass das Gelände der Kita mehr als erlaubt mit Schwermetallen belastet war. Der alte, belastete Boden war schnell abgetragen. Mehrere Wochen aber standen nun die Bagger still, berichten Mitarbeiter der Kinderkrippe. Jetzt aber ist es gelungen, die nötigen 400 Kubikmeter aufzutreiben - in einem Kieswerk in Sönitz bei Klipphausen im Kreis Meißen. Gestern wurde begonnen, den neuen Untergrund aufgebracht.

"In der Tat war es nicht ganz einfach, geeigneten Boden, der den hohen Anforderungen für neu geschaffene Außenspielbereiche in Kindereinrichtungen gerecht wird, zu finden", erläutert Andreas Böhnstedt, Leiter des Hochbau- und Liegenschaftsamtes der Stadtverwaltung. "Besonders schwer zu finden sind Böden mit den vorgeschriebenen und extrem niedrigen Schwermetall-Prüfparametern Blei, Cadmium, Kupfer, Quecksilber und Zink."

Mehrere Lieferanten waren vorab geprüft worden, sagt Böhnstedt. "Selbstverständlich wurde vor Ort dieser Boden nochmals durch unseren Baugrundgutachter beprobt", versichert Böhnstedt.

Das Thema beschäftigt die Behörden im Raum Freiberg seit geraumer Zeit. Die Hinterlassenschaften längst vergangener Industrie haben sich in der Stadt und ihrer Umgebung buchstäblich niedergeschlagen. So ließ der Stadt das Erdreich der Kitas "Kastanienzwerge", "Spielhaus", "Naturkindergarten" und "Brummkreisel" erneuern. Auch das Außengelände der "Bergstadtzwerge" und der Krippenspielplatz der Kita "Montessori" wurden saniert. Der Johannis-Kindergarten am Roten Weg soll nun im kommenden Jahr neuen Untergrund bekommen, dazu die "Villa Kunterbunt" bei der Erweiterung 2018/2019. Auch in Brand-Erbisdorf und Weißenborn war der Austausch bereits Thema.

Dass auch die Umgebung der im Januar eröffneten, vom Kinderschutzbund Freiberg betriebenen Kita an der Kurt-Handwerk-Straße in Friedeburg belastet war, kam erst im Sommer durch eine Probe ans Licht. Erzieher und nicht zuletzt die Kinder sind froh, dass die Arbeiten nun weitergehen.

Allerdings dauert es noch, bis sie mehr als die gepflasterte Terrasse des Außenbereichs nutzen können. Zunächst wird Gras gesät, und das muss wachsen. Im Frühjahr, schätzen die Kita-Mitarbeiter, können die Kinder spätestens auf dem gesamten Gelände toben. Eine Sitzgarnitur gibt es schon, zwei Bobby-Cars und ein Sandspiel-Set, mit Bagger, Eimer, Lkw und allem, was das Kinderherz begehrt. Die Großschirmaer EAB New Energy GmbH spendete das Material zum Kindertag. Dank des Sandspiel-Sets könnten die Kinder sogar dazu beitragen, dass der Rasen schnell wächst. Kita-Leiterin Ines Wendisch: "Die Gießkannen, die ebenfalls im Paket enthalten waren, warten schon auf ihren Einsatz."

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