Förderverein macht sich für Jugendtheater stark

Der Verein begeht im März sein 25-jähriges Bestehen - und er hat Grund zum Feiern. Zugleich schmieden die Mitglieder neue Pläne.

Freiberg.

Wenn Arnold Beck vom Freiberger Theater spricht, leuchten die Augen des Hochschulprofessors. "Unser Theater hat den Vorteil, dass man selbst dann ganz weit vorne sitzt, wenn man in der letzten Reihe sitzt", sagt der Freiberger. Beck ist der Chef des Freiberger Theaterfördervereins, der am 21. März sein 25-jähriges Bestehen feiert. Ensemblemitglieder des Mittelsächsischen Theaters werden dann in der BiB ein Programm für die 98 Mitglieder des Fördervereins und weitere Interessierte gestalten - aus gutem Grund. Seit seiner Gründung setzt sich der Verein für das hiesige Theater ein.

Insbesondere haben sich die Mitglieder die Unterstützung der Jugendarbeit auf die Fahnen geschrieben. Seit 2016 kümmert er sich um die komplette Finanzierung des Jugendtheaters Mittelsachsen (JTM). "Mit großem Aufwand ist es uns gelungen, Fördermittel für die Theaterjugend zu erhalten", sagt Beck. Unterstützt wurde das Stück "Ein Tag in meinen Schuhen", das bereits in Döbeln Premiere hatte. Zuschüsse fließen auch für die nächste JTM-Inszenierung: "Wer hat Angst vor'm schwarzen Mann". Das Stück hat am 2. März, 18 Uhr Premiere in Freiberg. Zudem organisierte der Verein zum jüngsten Bühnenball eine Tombola - und die Akteure vom Jugendtheater verkauften die Lose. Der Erlös in Höhe von rund 1000Euro soll laut Beck in erster Linie dem Jugendtheater zu Gute kommen.

Doch der Förderverein bezuschusst auch Inszenierungen am "richtigen" Theater. Im vorigen Jahr unterstützte er "Neun blaue Nächte" mit einem vierstelligen Betrag. Auch 2017 will der Verein eine Produktion fördern: die Kinderoper "Brundibár". Diese soll von Studenten der James Madison University im US-Bundesstaat Virginia bei ihrem diesjährigen Studienaufenthalt in Freiberg aufgeführt werden.

Seit seiner Gründung kämpft der Förderverein für eine sichere Zukunft des Theaters. Die Mitglieder erinnern an eine spektakuläre Aktion im Jahr 2004: Als Kurfürst Vater August verschaffte sich Darsteller Matthias Brade mit der damaligen Theater-Geschäftsführerin Christine Klecker bei der Grundsteinlegung im Schloss Freudenstein Zugang in den Hof. Dort überreichte er Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU) die knapp 30.000 Unterschriften für den Erhalt des Mittelsächsischen Theaters. Milbradt hatte zuvor gesagt, dass Theaterbesucher ja auch nach Leipzig, Dresden und Berlin fahren können. Die Fördervereine Freiberg und Döbeln hatten sich daraufhin wochenlang vergeblich um einen Termin zur Listenübergabe in der Staatskanzlei bemüht. Auch 2016 beteiligte sich der Förderverein am Ringen um mehr Mittel für das hiesige Theater. So nahmen Mitglieder am Parlamentarischen Abend vor der Haushaltsdebatte im Landtag teil.

Nicht zuletzt: Der Förderverein hat auch die öffentlichen Premierenfeiern ins Leben gerufen - und unterstützt den jährlichen Bühnenball. Der erste Bühnenball fand am 12. März 1994 in Freiberg statt, erinnert sich die frühere Vorsitzende Dr. Karin Lutter. In Döbeln organisiert der dortige Förderverein Soirees vor Premieren in Geschäften und Cafés. "Darüber denken wir auch in Freiberg nach", so Beck. "Allerdings kommen zu den Matinees in Freiberg bis zu 100Gäste - da ist es aus Platzgründen im Theater günstiger."

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