Fotofreunde schalten in Digitalmodus um

Ausgerechnet im Jubiläumsjahr müssen die Mitglieder des Fotoclubs 78 Berthelsdorf auf Distanz gehen. Ihre Jubiläumsausstellung im Bürgerhaus ist noch ungesehen. Doch Not macht erfinderisch.

Berthelsdorf.

"Hoffentlich kehrt bald wieder ein wenig Normalität ein", wünscht sich der Berthelsdorfer Fotoclub-Chef Jürgen Schreiber. Seit fast einem Jahr finde Clubarbeit unter Bedingungen statt, die auch die Mitglieder des Fotoclubs 78 so noch nicht erlebt haben. Das ausgerechnet in dem Jahr, in dem sie ihr zehnjähriges Clubbestehen seit der Neugründung 2010 feiern wollten.

Die erste der Jubiläumsausstellungen im Januar 2020 im Foyer der Sparkasse Freiberg konnte ihr Publikum noch finden - die Folgeausstellung im Bürgerhaus Berthelsdorf schaffte es nur bis zum Aufbau. Die Eröffnung musste in sehr reduziertem Rahmen stattfinden, dann war das Haus und somit auch die Ausstellung für die Öffentlichkeit tabu. Zu normalen Zeiten ist das Bürgerhaus der Treffpunkt für die Clubabende - auch das war ab Mitte März 2020 und ist seit November wieder passé. Was blieb, war die virtuelle Lösung via WhatsApp-Gruppe, um wenigstens darüber miteinander Kontakt zu halten.

Im Sommer gab es eine Art Notlösung mit den bekannten Vorsichtsregeln, und so versuchten die Clubmitglieder ihre Treffen weitestgehend im Freien stattfinden zu lassen. Angeschoben wurde im Herbst eine engere Zusammenarbeit zwischen ihnen und den Freiberger sowie den Augustusburger Fotofreunden. "Auch das ist ohne persönliche Kontakte ein schwieriges Unterfangen, also ebenfalls erst einmal in die Warteschleife", resümiert Schreiber.

Und was wird aus der ungesehenen Ausstellung? Angeregt durch die Freiberger Fotofreunde, entschlossen sich die Berthelsdorfer Fotoclubler, auch ein dauerhaftes Medium zu schaffen: ein Buch mit einem bunten Querschnitt an Fotografien der Mitglieder aus den letzten Jahren zusammenzustellen. "Ich meine, Fotos sollte man in die Hand nehmen können, und was wäre da besser als ein Buch, mit dem man gleich ganz viele auserwählte Bilder mit einem Griff in Händen hält", sagt Jürgen Schreiber. Ziel sei es, Leute aus dem Umfeld der Fotofreunde und darüber hinaus für das Medium Fotografie zu begeistern. Gleichzeitig könne man sich damit selbst ein kleines Geschenk als Dankeschön für die Arbeit im Club machen. In einer Buchpremiere sollte das Werk noch vor Weihnachten in würdiger Form der Öffentlichkeit vorgestellt und den Clubmitgliedern und Unterstützern des Clubs überreicht werden. Wieder war keine Veranstaltung möglich. "Dabei war alles perfekt organisiert, und sogar bei der Finanzierung fanden wir Unterstützung durch Landkreis und Gemeinde", betont Schreiber.

"Die Buchpremiere wird auf alle Fälle nachgeholt, sobald es wieder erlaubt ist, sich mit paar mehr Leuten zu treffen", hofft der Clubchef auf "bessere Zeiten für kulturelle Arbeit überall". Denn auch die Arbeit im Faschingsklub, dem Schreiber ebenfalls angehört, ruht in verordneter Zwangspause.

Dank der Initiativen von Clubmitglied Volker Neuhäuser finden die Fotoclubabende nun via Videokonferenz statt - das ist neben der WhatsApp-Gruppe eine gute, aber eben nur provisorische Lösung für die Clubarbeit. Damit die Kameras nicht einrosten, ersetzen seit Dezember Monatsaufgaben das sonst praktizierte fotospezifische Jahresthema. "Statt wie gewohnt auf den Tischen im Bürgerhaus ausgelegt, werden nun die Bilder in eine Online-Galerie geladen und zu den virtuellen Clubabenden diskutiert und die Monatsaufgabe ausgewertet. Auch die Bilder ohne thematischen Hintergrund werden auf diese Weise besprochen, auch mal zwischendurch und in der WhatsApp-Gruppe", erläutert Schreiber. Er verweist zudem auf die Internetseite des Fotoclubs, auf der über die aktuellen Themen und über die generelle Arbeit des Clubs berichtet wird.

Einen kleinen Nutzen habe die Situation allerdings auch mit sich gebracht, so Schreiber: "Einige der Mitglieder konnten sich intensiver mit der digitalen Organisation beschäftigen und viel auf diesem Gebiet lernen und ausprobieren." (jüs)

 

fc78.fotoschreiber.de

 

30 Tage für 20,99€ 0€ testen
Testen Sie die digitale Freie Presse unverbindlich.
Erhalten Sie Zugriff auf alle Inhalte auf freiepresse.de
(inkl. FP+ und E-Paper). (endet automatisch)
 
30 Tage für 20,99€ 0€ testen
Zugriff auf alle Inhalte auf freiepresse.de und E-Paper. (endet automatisch)
Jetzt 0€ statt 20,99 €
00 Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.