Framos tuckern durchs Erzgebirge

Wieder erkunden Oldtimerfreunde die Region am Schwartenberg. Diesmal kam eine besondere Marke nach Neuhausen.

Neuhausen.

Die 20 Framos stehen wie an einer Perlenkette aufgezogen vor dem Nussknackermuseum in Neuhausen aufgereiht. Postauto, Krankenwagen, Pritschenwagen und auch Kleinbus sind für das 4. Framo-Treffen am Fuße des Schwartenberges aufgemöbelt, ihre Stoßstangen, der Grill und die Lampenringe glitzern in der Sonne. Und das, obwohl die Fahrzeuge zum Teil schon mehr als 50 Jahre alt sind.

Die Besitzer von Automobilen dieser Marke sind aus etwa 15 Orten Sachsens mit ihren Schmuckstücken angereist. Aus Ebersbach in der Oberlausitz kommt Gunther Kynast, mit seinen 64 Lenzen der älteste Teilnehmer. Er ist auch gleichzeitig der Framo-Freund mit der weitesten Anreise auf das Gelände des Neuhausener Nussknackermuseum.

Hier präsentieren sich die Oldtimer am Samstag den Besuchern, bevor sie zu einer Fahrt durch die Region aufbrechen. Dabei werden die Besitzer die erzgebirgischen Dörfer, Landschaften und Gebäude kennenlernen. Zu den Zielen der Rundfahrt zählen die Brücke der Rauschenbachtalsperre, das Freilichtmuseum Seiffen, der Gipfel des Schwartenberges und auch der Ort Neuhausen selbst. Die Fotoapparate für die schönsten Motive der Region halten viele Fahrer immer im Anschlag. "Wir möchten für das Jahr 2019 einen Kalender mit Motiven der Region und natürlich mit den Framos fertigen. Von diesen Hunderten Fotos, die zwei Profis "schießen", werden die besten ausgesucht" erzählt Gastgeber Uwe Löschner, Inhaber des Nussknackermuseums Neuhausen. Deshalb hat die Interessengemeinschaft der sächsischen Framo-Freunde für ihr 4. Treffen auch die stolze Zahl von 20 Fahrern mit ihren Autos in den Erholungsort mobilisiert. Dabei wird auch in den Autos übernachtet. Wolfgang Ebert aus Grimma ist einer, der in seinem Pritschenwagen mit Plane schläft. "Es ist mein Fünf-Sterne-Hotel, ich habe alles mit, was ich brauche", sagt er.

Jens Höllein aus Zwickau gehört zum harten Kern der Framo-Gilde. Er ist mit seinem Postauto, Baujahr 1959, angereist und seit 1996 bei fast jedem Treffen dabei. "Ich habe damals einen Werbeträger für meine Baufirma gesucht, und da kam mir mit diesem Postauto die Idee, zumal ich Fan von alten Autos, insbesondere der Framos, bin", erzählt der Westsachse. Dazu trägt er bei seinen Treffen meistens die tolle Ausrüstung eines alten Postmeisters, über die auch die vielen interessierten Besucher am Wochenende in Neuhausen staunten.

Der harte Kern der Framo-Freunde zähle etwa 10 bis 15 Mitglieder mit ihren Autos. Als einer der Initiatoren der Gruppe, die sich in Frankenberg angesiedelt hat, gilt Hans-Jürgen Möbius aus Freiberg. Der "Framo-Hansi", wie er liebevoll von seinen Fans genannt wird, erzählt: "Wir lieben die Gemütlichkeit, das Zusammensein unter uns, die gemeinsamen Rundfahrten und freuen uns natürlich auch über die interessierten Blicke der Menschen hier und am Straßenrand und die bewundernden Äußerungen über unsere Autos", sagt der Mittelsachse. Und bisher sei auch all die Jahre mit den Oldtimern alles gutgegangen, worauf die gesamte Gilde schon ein wenig stolz ist.

Auch zur Geschichte ihrer Fahrzeuge wissen die Framo-Freunde einiges: Ab 1927 wurde der Framo in Frankenberg produziert, woher auch der Name rührt. Die Palette reichte von Dreiradfahrzeugen über Krankenwagen, Lieferfahrzeuge bis hin zu Pkw. 1957 wurde der Framo ins Barkas umbenannt. Der Firmensitz war nun in Karl-Marx-Stadt.

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