Freiberger Kinopolis öffnet noch nicht

Ende der Zwangspause für Kinos: Auf den Tag hat Betriebsleiter Thomas Erler sehnsüchtig gewartet. Nun geht es doch etwas zu schnell.

Freiberg.

Es ist ein Licht am Ende des Tunnels für alle Kinos im Freistaat, so beurteilt Thomas Erler, Betriebsleiter des Freiberger Kinopolis, die Möglichkeit, dass sein Lichtspieltheater ab dem heutigen Freitag wieder öffnen dürfe. "Aber das machen wir noch nicht", schiebt er sofort nach. Zu viele Vorbereitungen sind noch zu treffen. Zuvorderst ist da der Hygieneplan, den er für sich, seine Mitarbeiter und die künftigen Besucher erstellen muss.

Dabei orientiert er sich an einer Vorlage, welche der Hauptverband Deutscher Filmtheater (HDF) gemeinsam mit der AG Kino im April formuliert hat, die nun an die Gegebenheiten der einzelnen Kinos angepasst wird. Für die Mitarbeiter gilt Mundschutzpflicht und Abstandsgebot. An den Kassen werden Schutzscheiben aufgebaut, regelmäßiges Desinfizieren von Türgriffen und Sanitäranlagen ist Pflicht.

Auch die Besucher müssen Masken tragen. Ob allerdings im Kinosaal, das ist noch nicht entschieden. Kernfamilien dürfen dort zusammensitzen, ansonsten jedoch wird für die nötigen Abstände gesorgt. All diese Punkte hat Erler im Konzept niedergelegt. Am Montag reicht er es bei der zuständigen Stelle im Landratsamt ein. Bei entsprechender Genehmigung soll das Haus am 28. Mai wieder öffnen. "Es sei denn, es wird durch den HDF noch eine Einigung auf eine deutschlandweit einheitliche Öffnung erreicht", sagt Erler. "Dann wäre das am 4. Juni." Der Öffnungsflickenteppich in Deutschland betreffe auch die Kinos. Jedes Land hat eigene Termine. "Und nicht einer ist an einem Donnerstag", stellt Erler fest. "Dabei beginnt die Kinowoche seit ewigen Zeiten immer donnerstags."

Er rechne nicht mit einem sofortigen Besucheransturm, sagt der Betriebsleiter, weshalb es recht einfach sein dürfte, die Abstandsregeln einzuhalten. Von den 905 Plätzen in den fünf Sälen werden dann viele frei bleiben. Doch freut man sich jetzt schon auf jeden Zuschauer, der kommt. Unklar ist noch, mit welchem Programm man starten kann, da auch die Verleiher größtenteils in Kurzarbeit gingen.

In der Schließzeit war die Stadt Freiberg an Erler und die Gastro- Service Mittelsachsen herangetreten mit der Frage, ob ein Autokino machbar wäre. "Dafür haben wir einen Finanzbedarf entwickelt", so Erler. "Der war aber so hoch, dass daraus nichts wurde. Der Aufwand wäre auch zu groß gewesen." Nun hofft er, dass die Sommernächte im Schlosshof stattfinden und er seine Filmnächte beisteuern kann. "Mein Programm dafür steht", sagt er.

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